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Live

Melt! 2010: Du hast da Glitzer am Auge … (Teil 2)

Zurück in der guten alten bajuwarischen Heimat erholen wir uns gerade von den Strapazen des diesjährigen Melt!-Festivals. Was uns so geschlaucht hat? Lest selbst in unserem dreiteiligen Erlebnisbericht – der erste seit der dritten Klasse! Heute mit Teil 2 …

Auf der Nebenbühne wandelt Kelé Okereke auf Solopfaden. Der Bloc-Party-Frontmann wirkt ohne seine Band wie befreit, lässt das progressiv-verkopfte Songwriting hinter sich. Stattdessen: Treibende Dance-Beats. Das feierwütige Publikum dankt es ihm mit beeindruckendem Ausdruckstanz.

Mehr als beeindruckend ist, was Dendemann abliefert. Der Hamburger Jung, einst bessere Hälfe des Hip-Hop-Duos Eins Zwo, schleudert aus der Öffnung zwischen Schnauzbart und Goldkette die aberwitzigsten Wortspiele im Sekundentakt. Man muss Hip Hop nicht mögen, um Dende zu lieben. Wer könnte dem charmanten Reimer mit Jeansweste und Vokuhila auch wiederstehen? Auf dem Melt! nur wenige. Sie verabschiedet der Norddeutsche mit einem weltmännischen „Au reservoir“.

Kaum haben sich die ersten vom Mode-Albtraum Dendemann halbwegs erholt, bricht neues Grauen ungeahnten Ausmaßes über sie herein. Chris Cunningham, Videokünstler und Visualisierer der Klänge aus dem Hause Aphex Twin, versteckt sich irgendwo auf der Bühne (vermutlich) und projiziert seine grimmigen Visionen auf drei Leinwände: atmende Körper in unberuhigender Finsternis, ein Embryo im Rollstuhl, allerlei wirrer wie faszinierender Kram. Das geht manchem Festival-Gast an die Substanz: Ein Mädchen bricht vor der Toilette in Tränen aus und beteuert „so etwas“ noch nie gesehen zu haben. Ähnliche Gesprächsfetzen auf dem Camping-Platz am Morgen danach: „Also ich steh’ ja auf kranke Scheiße, aber das war mir echt zu krass“ – „Stell dir vor, da wäre ein Kind im Publikum gewesen“. Eher unwahrscheinlich.

Teil 3 folgt …

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(Foto: Melt! / Philipp Böll)

Reviews

Dendemann: Vom Vintage verweht

dendemann_vintageVÖ: 09.04.10 / Yo Mama / Sony BMG. Zwar punktet das neue Album von Dendemann mit live eingespielten, rockigen »Beats« und Dende ist auch 2010 reimtechnisch immer noch auf der Höhe, aber die (seit Freitag auch offiziell erhältliche) Single Stumpf Ist Trumpf 3.0 hat die Messlatte einfach zu hoch gelegt, denn keiner der dreizehn Tracks kommt auch nur annähernd an den vorab ausgekoppelten Hit ran. Ein durchwachsenes Album mit wenigen Highlights also, heraus stechen einzig der durchgängige Sprachwitz und vielleicht noch die Tracks Und Wenn Ja, Warum? oder 0 Robota. Für Fans auf jeden Fall empfehlenswert, die Masse begnügt sich einfach mit der Single und dem zugehörigen Video, dessen »A-Team meets MacGyver«-Style einfach nur grandios ist.
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Die anderen: Haben bisher außer der offiziellen Pressemeldung nichts zu melden.

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Lieblinge

Lieblinge: Februar 2010

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Geschafft: Hinter uns liegt ein knallharter Februar mit gar nicht mal sooo witzigen „Gaudiwürmern“, kotzenden Clowns und Konfetti ballernden Spaßkanonen vor unserer Tür. Das zerrt an den Nerven und provoziert den Gegenschlag mit fetten Beats: Hier sind unsere Lieblinge des närrischen Monats – garantiert ohne „Hossa“ und farbige Huftiere.

Lieblinge des Monats Februar:

1. Étienne de Crécy Welcome (The Bloody Beetroots Remix)
2. Two Door Cinema Club Undercover Martyn
3. Groove Armada Look Me In The Eye Sister
4. Dendemann Stumpf Ist Trumpf 3.0
5. Cypress Hill Day Destroys The Night

Shortcuts

Dendemann: Stumpf Ist Trumpf 3.0

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Yes! Dendemann aka die eine Hälfte von Eins, Zwo ist (mal wieder) zurück mit neuer Single Stumpf Ist Trumpf 3.0. Diesmal rockig angehaucht, was vielleicht die Enflüsse von seiner Zeit als Tourbegleiter der Beatsteaks sind. Dazu der Dendemann-typische Wortwitz und ein wenig Elektronik, fertig ist der Hit. Veröffentlicht wird die Single allerdings erst am 26. März, aber ein Radiomitschnitts-Demo gibt es schon. Das Album Vom Vintage verweht gibt es dann ab 9. April. Watch out!

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