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The Clash: London Calling (30th Anniversary Edition)

clash-london-callingVÖ: 11.12.09 / Sony Music. Während Sid Vicious 1979 mit reichlich Heroin in den Adern gen Himmel / Hölle fuhr, erklommen The Clash mit ihrem dritten Album London Calling den Gipfel ihrer Karriere. 15 lange Jahre sollten schließlich vergehen, bis auch ich Wind von den fantastischen Songwriter-Fähigkeiten eines Joe Strummer bekam. Dann aber umso heftiger: Unzufriedene Meisterwerke wie Spanish Bombs, Lost In The Supermarket und The Guns Of Brixton fegten orkanartig durch meinen Kopf und wehten das letzte laue Lüftlein Heavy Metal endgültig hinfort. Da war sie, die Musik gewordene Revolution, die Genre-Mauern zum Einstürzen brachte – Punk, Reggae, Dub, Rockabilly, gar ein Funke Jazz loderte in den Flammen der Apokalypse. Weitere eineinhalb Dekaden später halte ich die Anniversary Edition in Händen und freue mich über ein Wiederhören und die sehenswerte Doku The Last Testament: The Making Of London Calling auf der Bonus-DVD. Amen.

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Fall Out Boy: Believers Never Die – Greatest Hits

fall_out_boyVÖ: 27.11.09 / Island / Universal. Jetzt also die Best Of: Acht Jahre und fünf Alben nach ihrer Gründung packen uns Fall Out Boy ein Päckchen mit ihren größten Hits. Vom frühen Dead On Arrival bis hin zu America’s Suitehearts reihen die Schwiegermama-Punks Stadionhymne an Mitgröl-Nummer. Streng chronologisch natürlich, damit auch der einfältigste Fan nicht durcheinander gerät. Wobei: schlimm wäre das nicht. Believers Never Die klingt mit seinen überproduzierten Mainstream-Melodien wie ein einziger langer Track. Kreuzbraver Emo-Powerpop mit blitzsauberen Riffs und einem Sänger, der gerne mal die Oktav-Etage wechselt. Das hören amerikanische College-Girls, wenn sie auf der Studiparty mal richtig einen drauf machen und nach fünf Minuten wildem Herumtollen ihren Mageninhalt in die Wanne reihern. Sollten sich Fall Out Boy jemals wieder in ein Studio verirren: Macht’s uns doch bitteschön mal ein bisschen dreckiger, Jungs.

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Madness: One Step Beyond (30th Anniversary Edition)

madness one step beyondVÖ: 16.10.09 / Salvo / Soulfood Music.Diese Band hat Schuld auf sich geladen: Vom Madness-Fieber infiziert, habe ich während meiner Jugend tonnenweise Hemden und Hosen mit Karomuster erstanden, um meine Begeisterung für Ska offen zu demonstrieren. Nun verstopft der ganze Plunder meine Schränke. Doch ich will nicht nachtragend sein. Schließlich haben mir die glorreichen Sieben manch feucht-fröhliche Party mit Hits wie One Step Beyond, Night Boat To Cairo oder Madness versüßt. Sie alle finden sich auf dem Debüt der Nord-Londoner, das zum 30. nun in einer feierlichen Doppel-CD erscheint. Dem Anlass gebührend hat das Insel-Label Salvo diverse Bonus-Tracks, eine feine John-Peel-Session sowie ein 24-seitiges Booklet dazu gepackt. Also: Wer One Step Beyond noch nicht im Plattenregal stehen hat, sollte jetzt zugreifen. Sonst lade ich zur Strafe Fotos von mir im kleinkarierten Fummel hoch!

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Sweet Soul Music: Compilation-Reihe

sweet soul musicVÖ: 02.10.09 / Bear Family. Da steckt Liebe drin: Die muckeverrückten Norddeutschen vom Label Bear Family haben auf Tageslicht und zwischenmenschliche Streicheleinheiten verzichtet und sich stattdessen in den Archiven verschanzt. Nicht ohne Mission – galt es doch, die ultimativen Soul-Smasher der Jahre 1966 bis 1970 aus ihren Kellern zu befreien. Zugegeben: Viele der Künstler der fünf Compilations Sweet Soul Music hatten bereits auf früheren Samplern Freigang – Marvin Gaye, Edwin Starr, Sly & The Family Stone. Erfrischender sind da schon eher unbekannte Seelenklimperer wie Freda Payne oder Paul Kelly. Beim Kennenlernen helfen die mit literweise Herzblut gestalteten Booklets, die beinahe enzyklopädischen Charakter besitzen. Bravo, Bear Family!

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D-Funk: Funk, Disco & Boogie Grooves From Germany 1972 – 2002

d-funkVÖ: 25.09.09 / Marina / Indigo. Sicher, wir Krauts stehen nicht unbedingt im Verdacht, den Groove erfunden zu haben. Ein bisschen Eurodance wenn’s schlecht läuft, die Fanta Vier, wenn sich die gute Seite der Medaille im Discolicht spiegelt. Die Jungs von Marina Records schicken sich an, den bundesdeutschen Pophorizont zu erweitern und versprechen auf ihrer neuen Compilation D-Funk „Teutonic Funk Power!“. Für die sorgen solch illustre Künstler wie Cheeseslider, Family 5, die Fehlfarben und: Boney M.! Die qualitative Bandbreite der Funk, Disco & Boogie Grooves From Germany 1972 – 2002 erstreckt sich von kreditunwürdig (Zatopeks Dispo Funk) bis zu höchst lohnenswert (die Fehlfarben mit 14 Tage). In jedem Fall eine ungewöhnliche Tour de Funk.

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