VĂ–: 01.05.10 / Drunkn Punx Records. Let the freaks come out: Die als Download schon seit einem guten Monats erhältliche Single Ufo Song von Näd Mika feuert eine volle Breitseite ab – denn nicht nur der Track geht steil nach vorne, auch die Anzahl der Remixe kann sich sehen lassen: Stolze 11 (in Worten: elf) Remixe beinhaltet die Scheibe, von guten alten Bekannten wie Freakatronic bis hin zu (mir) völlig Unbekannten wie zum Beispiel Xerak. Die Lyrics sind wenig spektakulär, aber keineswegs schlecht und musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen 90er-Jahre-Electro-Rave und zeitgemäßem discolastigem New-Rave-Pop-Punk, und wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, hört es sich am besten selbst an…
Der amerikanischen Indie-Band Eagle Seagull haben es lange Songnamen angetan. Der Titel der Single Twenty Thousand Light Years zum jĂĽngst erschienenen Album The Year Of The How To Book ist da noch einer der kĂĽrzeren, nichtsdestotrotz wird der Song wohl so manchen Club zum kochen bringen. Auch ich war nach einmaligem Hören absolut ĂĽberzeugt. Und dann featured das Lied noch die Textzeile »we just came to dance«, die ich vorbehaltslos unterstĂĽtze…
Oh Shit! Armand Van Helden macht unter dem Pseudonym Duck Sauce gemeinsame Sache mit A-Trak. Damit ist eigentlich alles gesagt. Kann solch ein namhaftes Klang-Kollektiv scheitern? Nicht, wenn sie in Zukunft das Niveau ihres ersten Babys Barbara Streisand halten. Das Teil groovt unwiderstehlich durch die 70er-Jahre-Disco – und erinnert mich dabei tierisch an das Intro einer Fernsehserie aus meiner Jugend. Dummerweise fällt mir ums Verrecken nicht mehr ein, welche das war. Sachdienliche Hinweise werden von mir angemessen belohnt. Also her damit …
VĂ–: 28.05.10 / Moshi Moshi / Roughtrade. Die Zeiten der Konzeptalben sind vorbei. Die Generation iTunes lädt Singles – brutal rausgerissen aus dem Gesamtkontext des Longplayers. Aber halt mal – deswegen gleich den Kulturpessimisten mimen? Hat ja auch sein Gutes. So hat sich das Londoner Label Moshi Moshi bei seiner GrĂĽndung 1998 aus purer Geldnot der Veröffentlichung einzelner Songs gewidmet und damit am Puls der Zeit einen steilen Aufstieg hingelegt. Zwischenzeitlich beherbergte die angesagte Plattenschmiede namhafte Acts wie Hot Chip, The Rakes oder Friendly Fires – Indie supreme. Einen abwechslungsreichen Ăśberblick ĂĽber das aktuelle Schaffen der Labelmacher bietet die Compilation Moshi Moshi Singles Club 2. Darauf tummeln sich feine Hits von Florence And The Machine, The Drums oder den Casiokids. Insgesamt 14 Nummern zwischen Elektro-Ekstase und Gitarren-Geschrammel – mit erfreulich wenig FĂĽllmaterial, trotz des breiten Spektrums.
Die anderen:“Dieses wirklich abwechslungsreiche Album nimmt dich mit auf eine Achterbahnfahrt durch das Beste aus dem Moshi Moshi Singles Club – du wirst jeden Song genieĂźen.”(Poppedmusic.co.uk)
Zugegeben, die Single Space Rocket des Singer/Producer-Duos Ira Atari/Rampue ist schon ein paar Wochen raus, aber ich habe sie bisher unterschätzt, nachdem ich zunächst nur den Ja!kob-Remix gehört hatte (immer noch kostenlos z.B. auf iraatari.de erhältlich). In den musste ich mich erst reinhören, dann hat es auch mit dem Original geklappt. Das ist natĂĽrlich um einiges poppiger, aber immer noch schön treibend. Und ich bin halt ein absoluter Fan von Iras Stimme…
Nach seiner letzten Doppelsingle Animal Animal / A Funny Thing kommt jetzt mit The Worse It Gets / Something I’m Not schon der nächste Output von Penguin Prison, und auch dieser ist wieder herrlich eingängiger Electropop. Diesmal ĂĽberzeugt aber vor allem die titelgebende A-Seite The Worse It Gets (wer es etwas härter mag, bevorzugt den The Dirty Disco Remix), die B-Seite Something I’m Not ist etwas gewöhnungsbedĂĽrftiger.
Okay, Horny ist nicht gerade die musikalische Ausgeburt der Vielfalt. Das Teil lebt im Grunde von einer einzigen Hook. Aber die ist schlicht unwiderstehlich. Und zack, spätestens nach der Hälfte des Songs und der 500sten Wiederholung der Beatfolge sitzt das Teil im Ohr, will nicht mehr raus und lässt sich allenfalls mit Gewalt bis ins Tanzbein befördern. Ăśbrigens: Geht’s Noch? stammen ebenfalls aus Belgien, von wo uns zurzeit nur geiler Kram erreicht. Stromae zum Beispiel.
VÖ: 09.04.10 / Columbia / Sony. Mit ihrem Debüt surften MGMT vor drei Jahren auf einer riesigen Erfolgswelle direkt in die Bestenlisten der Musikkritiker und Fans. Jetzt erscheint die richtungsweisende zweite Platte mit dem obersten Gebot: Nur keinen Bauchklatscher hinlegen. Den vermeiden die Brooklyner gekonnt und verlassen zudem noch ihr gewohntes Fahrwasser: Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser entdecken die Surfgitarre und servieren psychedelische Pop-Perlen zwischen Beach Boys und frühem Bowie. Während Brian Eno als lässige Lo-Fi-Garagennummer durchgeht, reist das epische Siberian Breaks in satten zwölf Minuten von den späten Sechzigern in die synthielastigen Achtziger. Weniger Hype als beim Erstling, aber durchaus gute Haltungsnoten für das Duo.
Die anderen:“Man kommt nicht umhin, den Wagemut von MGMT anzuerkennen, so offensichtlich gegen den Strich zu bĂĽrsten.”(Ohfancy.de)