Die beiden Hypehunters entern den Casino Saal: Zu späterer Stunde stehen die Hypehunters bei der Silvesterparty 2009/10 im Casino Saal in Amberg als Special Guest an den Reglern, um dem Publikum massenweise Electronic Tunes um die Ohren zu hauen: Von New Rave zu Big Beat, von Indietronics zu Electro House…
Hier geht’s zum Casino Saal, los geht es mit einer Hand voll anderer DJs schon um 22:30 Uhr.
Die beiden Kanadier Ash Ainsworth und Chris Sanakidis haben anscheinend schon im Sandkasten zusammen Mixtapes aufgenommen (wenn das mal gut ging bei all den Sandkörnern im Recorder), schließlich nennen Sie sich Tape Deck Bros. Und zu allem Überfluss haben sie wohl auch den ein oder anderen Zombiefilm zu viel gesehen. Auf Ihrer neuen Single The Dance Of The Dead kombinieren sie französische House-Einflüsse mit minimalistischen Vocals (”When the dead come to life, they will dance”) und rühren damit eine New-Rave-Melange an, die explosiver nicht sein könnte. Auf Dödselectro könnt ihr euch den Song sogar runterladen.
VÖ: erhältlich / Proper Records / Rough Trade. Die härtesten Grunger werden ruhiger, wenn es auf die Rente zugeht. Art Alexakis bildet da keine Ausnahme. Mit seinen 47 Jahren kleidet der geniale Songwriter die besten Werke seiner in den Neunzigern gefeierten Combo Everclear in ein relaxtes Soundgewand. Im Mittelpunkt stehen nun Akustik-Klampfen und Keyboard-Klänge statt Stromgitarren. Wer allerdings müden Kuschelrock befürchtet, darf aufatmen: Die Neuinterpretationen haben genug Energie, um für Ärger mit den lärmempfindlichen Nachbarn zu sorgen. Den riskieren wir gerne, zumal uns die fünf Musiker dafür mit fantastischen Melodien entschädigen, die sich wie warme Sonnenstrahlen im ganzen Körper ausbreiten. Zurück bleibt jede Menge Lebensfreude und die Erkenntnis, dass Grunge selten so fröhlich klang.
Die anderen:“Zum ersten Mal seit Jahren interessiert mich wirklich, was Everclear wohl als nächstes tun werden.”(Mediametric.wordpress.com)
01. RöyksoppThe Girl And The Robot
02. The ProdigyInvaders Must Die
03. MalkDancing Beat
04. Wolfmother Far Away
05. Eagles Of Death MetalSecret Plans
06. Designer DrugsZombies (NROTB Dandy Remix)
07. MorrisseySomething Is Squeezing My Skull
08. YuksekTonight
09. The DrumsLet’s Go Surfing
10. Yeah Yeah YeahsHeads Will Roll (A-Trak Remix)
11. Dizzee RascalBonkers (Club Edit)
12. La RouxBulletproof
13. The ThermalsNow We Can See
14. WavvesTo The Dregs
15. Grandmaster FlashWe Speak Hip Hop
16. Patrick WolfHard Times
17. DiploHeater (Diplo Extended Edit)
18. ThunderheistJerk It
19. Jay ReatardFaking It
20. JapandroidsWet Hair
01. Ira Atari & RampueMy Name Is Ira
02. Simian Mobile DiscoAudacity Of Huge
03. The Dirty Secrets5 Feet Of Snow (Miami Horror Remix)
04. La Roux In For The Kill
05. PhoenixLisztomania (Yuksek Remix)
06. Yeah Yeah YeahsHeads Will Roll (A-Trak Remix)
07. NadastromPussy
08. Plateau RepasVampires (Freakatronic Remix)
09. Juri GagarinGive Or Take
10. La RouxBulletproof
11. Penguin PrisonA Funny Thing
12. GossipHeavy Cross
13. Little BootsStuck On Repeat (Fake Blood Remix)
14. YuksekTonight
15. Mediengruppe TelekommanderEndlosrille
16. DataOne In A Million (Club Mix)
17. The Ting TingsThat’s Not My Name (LA Riots Remix)
18. Supershirt8000 Mark
19. Miss PlatnumShe Moved In
20. The Bloody Beetroots feat. Steve AokiWarp 1.9
VÖ: erhältlich / Island / Universal. Für ihr selbst betiteltes Debüt ernteten The Bravery 2005 jede Menge Lorbeeren in der Musikpresse. Spätestens beim lahmen zweiten Album The Sun And The Moon war vom Hype um die New Yorker Postpunks nicht viel geblieben. Jetzt will die Combo an alte Zeiten anknüpfen und belebt auf Stir The Blood ihre Liebe zu Synthesizern und Drum-Computern. Das klingt bisweilen mächtig nach The Cure, zieht mit seinen rockigen Melodien und griffigen Hooks allerdings nicht so ein finsteres Gesicht. Stattdessen überstrahlen The Bravery die Discokugel über dem Dancefloor: I Have Seen The Future erinnert an die ewig tanzbare Jugendsünde Tainted Love. Leider ruinieren sich die einstigen Kritikerlieblinge mit einigen stinklangweiligen Balladen (Sugarpill) das große Comeback.
Die anderen:“Es bleibt damit eine Platte, die klar über dem derzeitigen Durchschnitt gesehen werden darf, doch den eigenen Ambitionen müssen The Bravery auch im Jahr 2009 Ihren Tribut zollen.”(Ohfancy.de)
Zugegeben, nicht mehr der frischeste Track, mir ist aber Martin Solveigs Vorgängersingle One 2.3 Four noch gut im Gedächtnis. Und in ähnlichem Sound kommt auch Boys & Girls des französischen DJs daher. Ein äußerst hörenswertes Duett mit catchy Lyrics zu poppigen House-Beats, dabei aber immer ganz weit weg vom 0815-Ballermann-Vocal-House. Das Video dazu ist ebenfalls gelungen: Mit langen Kamerafahrten und schön in schwarz-weiß gehalten. Remixe gibt es natürlich auch: Unter anderem eines von Laidback Luke, und das ist alles andere als »laid back«…
VÖ: 11.12.09 / Sony Music. Während Sid Vicious 1979 mit reichlich Heroin in den Adern gen Himmel / Hölle fuhr, erklommen The Clash mit ihrem dritten Album London Calling den Gipfel ihrer Karriere. 15 lange Jahre sollten schließlich vergehen, bis auch ich Wind von den fantastischen Songwriter-Fähigkeiten eines Joe Strummer bekam. Dann aber umso heftiger: Unzufriedene Meisterwerke wie Spanish Bombs, Lost In The Supermarket und The Guns Of Brixton fegten orkanartig durch meinen Kopf und wehten das letzte laue Lüftlein Heavy Metal endgültig hinfort. Da war sie, die Musik gewordene Revolution, die Genre-Mauern zum Einstürzen brachte – Punk, Reggae, Dub, Rockabilly, gar ein Funke Jazz loderte in den Flammen der Apokalypse. Weitere eineinhalb Dekaden später halte ich die Anniversary Edition in Händen und freue mich über ein Wiederhören und die sehenswerte Doku The Last Testament: The Making Of London Calling auf der Bonus-DVD. Amen.
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