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Moshi Moshi Singles Club 2: Compilation

moshi_moshiVÖ: 28.05.10 / Moshi Moshi / Roughtrade. Die Zeiten der Konzeptalben sind vorbei. Die Generation iTunes lädt Singles – brutal rausgerissen aus dem Gesamtkontext des Longplayers. Aber halt mal – deswegen gleich den Kulturpessimisten mimen? Hat ja auch sein Gutes. So hat sich das Londoner Label Moshi Moshi bei seiner Gründung 1998 aus purer Geldnot der Veröffentlichung einzelner Songs gewidmet und damit am Puls der Zeit einen steilen Aufstieg hingelegt. Zwischenzeitlich beherbergte die angesagte Plattenschmiede namhafte Acts wie Hot Chip, The Rakes oder Friendly Fires – Indie supreme. Einen abwechslungsreichen Überblick über das aktuelle Schaffen der Labelmacher bietet die Compilation Moshi Moshi Singles Club 2. Darauf tummeln sich feine Hits von Florence And The Machine, The Drums oder den Casiokids. Insgesamt 14 Nummern zwischen Elektro-Ekstase und Gitarren-Geschrammel – mit erfreulich wenig Füllmaterial, trotz des breiten Spektrums.

bewertung_4

Die anderen: „Dieses wirklich abwechslungsreiche Album nimmt dich mit auf eine Achterbahnfahrt durch das Beste aus dem Moshi Moshi Singles Club – du wirst jeden Song genießen.“ (Poppedmusic.co.uk)

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Deichkind präsentiert: Papa Professionell

deichkindpapaprofVÖ: 19.03.10 / Buback / Indigo. Eine Compilation von Deichkind? Mein erster Gedanke war: Die Deichkinder wollen wohl noch mal schnell Geld verdienen vor dem nächsten Album. Aber, ein unscheinbarer Aufkleber auf dem Jewel Case kündigt es an und die Linernotes erklären es: Die CD ist ein Tribut an den vor einem Jahr verstorbenen Sebastian Hackert und eine Werkschau seines Produzentenlebens. Deshalb finden sich hier neben einigen aktuellen Tracks und Entdeckungen auch ältere Stücke, viele davon schon wahre Klassiker (Ja, Ja…Deine Mudder, Schwule Mädchen). Und dass Sebi überall seine Finger drin hatte, sieht man an dem Stilmix von Hip Hop über Dancehall bis hin zu House. Das Ganze ist dezent zusammengemixt von DJ Rabauke, eine runde Sache also. Mein persönlicher Favorit ist übrigens Sebis Version von Jennifer Rostocks Kopf Oder Zahl. Bleibt nur noch zu sagen: Ruhe in Frieden, Papa Professionell.

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Kitsuné: Maison Compilation 8

albumcoverVÖ: 20.11.09 / Kitsuné / Rough Trade. Bisher hat es das französische Label Kitsuné mal mehr, mal weniger gut geschafft, mit ihrer Werkschau zu beweisen, dass sie am Puls der Zeit sind. Mit der neuen, mittlerweile achten Auflage der Maison Compilation-Reihe rudert das Label wieder in trendsichere Gefilde. Und zwar mit einem transnationalen Rundumschlag an alten Bekannten und auch mit vielen neuen Gesichtern. Die Unterschiede zwischen Beiden verschwimmen von Anfang an ganz von alleine. Es ist einfach eine stimmige Auswahl, und dabei wird von Indie bis House auch auf sämtlichen Hochzeiten getanzt. Angefangen bei der Surf-Hommage Let’s Go Surfing der ganz sicher noch groß rauskommenden The Drums über das fantastische Star von Jolie Cherie bis hin zu Siriusmo’s High Together. Hier stehen die kommenden Sternchen in den Startlöchern.
bewertung_4

Die anderen: „Die Pariser Musik- und Fashionliebhaber hauen ihre achte Compilation raus. Und wie schon bei den sieben vorherigen Ausgaben ist ein gelungener und facettenreicher Mix entstanden.“ (Raveline)

hypefaktor_hochHypefaktor: Diesmal haben es die Pariser Styler mal wieder geschafft: Neue wie alte Künstler wissen zu überzeugen, und über die einen oder anderen wird man noch viel sprechen – bis zur nächsten Kitsuné Maison Compilation.

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Flashback

Sweet Soul Music: Compilation-Reihe

sweet soul musicVÖ: 02.10.09 / Bear Family. Da steckt Liebe drin: Die muckeverrückten Norddeutschen vom Label Bear Family haben auf Tageslicht und zwischenmenschliche Streicheleinheiten verzichtet und sich stattdessen in den Archiven verschanzt. Nicht ohne Mission – galt es doch, die ultimativen Soul-Smasher der Jahre 1966 bis 1970 aus ihren Kellern zu befreien. Zugegeben: Viele der Künstler der fünf Compilations Sweet Soul Music hatten bereits auf früheren Samplern Freigang – Marvin Gaye, Edwin Starr, Sly & The Family Stone. Erfrischender sind da schon eher unbekannte Seelenklimperer wie Freda Payne oder Paul Kelly. Beim Kennenlernen helfen die mit literweise Herzblut gestalteten Booklets, die beinahe enzyklopädischen Charakter besitzen. Bravo, Bear Family!

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