Kele allein im Club: Während Bloc Party auf unbestimmte Zeit pausieren, tobt sich ihr Frontmann auf dem Dancefloor aus. Fans der Band müssen sich vermutlich erstmal an das elektronische Gerät gewöhnen, dass Okereke auf seinem ersten Soloalbum The Boxer auffährt. Insgesamt deutlich weniger verkopft und progressiv als die letzten BP-Songs, dafür straight nach vorne auf einer coolen Bassline. Das Schöne daran: Kele ist es offenbar völlig wurscht, ob er Kritiker oder Fans enttäuscht. So ist die erste Single Tenderoni durchaus als Befreiungsschlag zu verstehen.
Tag Archive for 'album'
VÖ: 07.05.10 / Warner Music International. Foals haben sich 2008 mit ihrem Debüt-Longplayer Antidotes erst in unsere Ohren und dann in unsere Herzen gespielt. Davon ist 2010 auf Total Life Forever leider nicht viel übrig. Es ist kein schlechtes Album, aber es wirkt weitaus weniger energiegeladen und keineswegs so eingängig wie der Vorgänger. Lediglich This Orient spielt fast noch in der Liga ihrer alten Hits wie Hummer oder Cassius. Der Rest ist ein ziemlich ruhiges Indie-Album geworden, wer also die alten Foals erwartet hat, wird arg enttäuscht sein. Wenn man die Band bisher allerdings nicht kannte und auf relaxte, poppige Indiesongs steht, kann man dem Album wahrscheinlich etwas abgewinnen. Mir erschließt sich das leider auch nach erneutem Hören überhaupt nicht, wohl ein typischer Fall von zweitem Album. Die Presse feiert es trotzdem, warum auch immer.
![]()
Die anderen: “Auf Total Life Forever nun haben sie dem Pop ganz klar noch einem Schub nach vorne gegeben.” (intro.de)

Es ist inzwischen schon einige Jahre her, dass Robyn ihr letztes, selbstbetiteltes Album herausgebracht hat. Umso mehr fiebern die Fans aus aller Welt dem Releasedatum ihres neuen Longplayers Body Talk Pt. 1 am 14. Juni entgegen, einen ersten Vorgeschmack liefert jetzt schon die Single Dancing On My Own. Und die Auskopplung zeigt wieder mal, was Robyn am besten kann: Electropop.
VÖ: 09.04.10 / Columbia / Sony. Mit ihrem Debüt surften MGMT vor drei Jahren auf einer riesigen Erfolgswelle direkt in die Bestenlisten der Musikkritiker und Fans. Jetzt erscheint die richtungsweisende zweite Platte mit dem obersten Gebot: Nur keinen Bauchklatscher hinlegen. Den vermeiden die Brooklyner gekonnt und verlassen zudem noch ihr gewohntes Fahrwasser: Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser entdecken die Surfgitarre und servieren psychedelische Pop-Perlen zwischen Beach Boys und frühem Bowie. Während Brian Eno als lässige Lo-Fi-Garagennummer durchgeht, reist das epische Siberian Breaks in satten zwölf Minuten von den späten Sechzigern in die synthielastigen Achtziger. Weniger Hype als beim Erstling, aber durchaus gute Haltungsnoten für das Duo.
![]()
Die anderen: “Man kommt nicht umhin, den Wagemut von MGMT anzuerkennen, so offensichtlich gegen den Strich zu bürsten.” (Ohfancy.de)
VÖ: 09.04.10 / Yo Mama / Sony BMG. Zwar punktet das neue Album von Dendemann mit live eingespielten, rockigen »Beats« und Dende ist auch 2010 reimtechnisch immer noch auf der Höhe, aber die (seit Freitag auch offiziell erhältliche) Single Stumpf Ist Trumpf 3.0 hat die Messlatte einfach zu hoch gelegt, denn keiner der dreizehn Tracks kommt auch nur annähernd an den vorab ausgekoppelten Hit ran. Ein durchwachsenes Album mit wenigen Highlights also, heraus stechen einzig der durchgängige Sprachwitz und vielleicht noch die Tracks Und Wenn Ja, Warum? oder 0 Robota. Für Fans auf jeden Fall empfehlenswert, die Masse begnügt sich einfach mit der Single und dem zugehörigen Video, dessen »A-Team meets MacGyver«-Style einfach nur grandios ist.
![]()
Die anderen: Haben bisher außer der offiziellen Pressemeldung nichts zu melden.

Keine vier Wochen mehr, dann steht der lang ersehnte Nachfolger des gefeierten MGMT-Debüts in den Läden. Nachdem Oracular Spectacular vor gut zwei Jahren für jede Menge Wirbel und leuchtende Augen in den Musikredaktionen gesorgt hat, beglückwünschen uns die Neo-Hippies nun mit Congratulations. Wir haben das Teil schon gehört, dürfen allerdings laut Sony vor April nicht allzu viel verraten. Nur eines: MGMT haben ihre Liebe zum Surfen entdeckt. Einen ganz guten Beleg dafür liefert die erste Single Flash Delirium, die ihr hier für umme, lau, kostenlos, völlig gratis und brutalst legal downloaden könnt. Auf geht’s!
VÖ: 19.03.10 / Audiolith / Broken Silence. Bratze sind zurück und machen da weiter, wo sie mit dem 2007er Album Kraft (schon wieder 3 Jahre her, hätte ich jetzt nicht gedacht) aufgehört haben. Und dass es in der symbiotischen Zusammenarbeit zwischen dem Elektro-Soundtüftler Der Tante Renate und dem Indie-Chanteur Clickclickdecker noch Luft nach oben gab, zeigt jetzt der neue Longplayer Korrektur Nach Unten Und Die Notwendigkeit Einer Übersetzung. Hier treffen intelligente Texte auf fette Beats, und das geht in Zeiten von Electro-Schlagersongs und »Dingalingaling«-Texten runter wie Öl. Und nimmt den lauter werdenden Stimmen der Audiolith-Kritiker selbiges aus dem Feuer (oder so ähnlich). Es geht eben auch intellektuell beim Hamburger Party-Label. Nicht ohne Abfeiern, aber wenigstens mit Stil. Das zeigt auch das selbstironische Low-Budget-Video zur Single mit dem wunderbaren Titel Ohne Das Ist Es Nur Noch Laut.
![]()
Die anderen: Haben bisher noch nichts zu sagen.
VÖ: 06.04.10 / Priority / EMI. Als Sido am Prenzlauer Berg mit seinen kleinen Kinderhändchen noch an seiner Totenkopfmaske gehäkelt hat, hatten Cypress Hill bereits der gesamten Westcoast das Fürchten gelehrt. In den letzten Jahren war es allerdings merkwürdig ruhig um die Jungs geworden. Kein Wunder: 36 Monate hatte sich die Latino-Crew im Studio verschanzt, um am neuen Album zu werkeln. Jetzt erscheint Rise Up und macht jede Menge Bock. Ohne musikalische Scheuklappen samplen sich die Hillers durch die Genres, grooven auf K.U.S.H., reimen als Trouble Seeker auf einem fetten Gitarrenriff und locken Armed And Dangerous so manche Soul-Lady auf ihren Zypressenhügel. Einen Exkurs in die gute alte Zeit des Crossovers gibt es mit dem Titeltrack obendrauf – unter fachkundiger Reiseleitung von RATM-Gitarrist Tom Morello.
![]()
Die anderen: “Daher bin ich überglücklich, mein erstes Signing mit Cypress Hill bekannt zu geben. Cypress Hill ist unumstritten eine der bedeutendsten HipHop-Bands in der Musikgeschichte.” (Label-Chef Snoop Dogg bei raplounge.de)












