Tag Archive for 'rezension'

Reviews

Them Crooked Vultures: Them Crooked Vultures

them_crooked_vulturesVÖ: 13.11.09 / Sony. Ein Album für die alternative Menschheit, drei kredible Rockstars, sie alle zu knechten: John Paul Jones (Led Zeppelin), Dave Grohl (Foo Fighters) und Josh Homme (Queens Of The Stone Age) formieren sich zu einer Rock-Supergroup und blasen ohne Rücksicht auf Hörverluste einen schrägen Rocksong nach dem anderen aus den Speakers. Dabei bleiben die Nummern immer hart an der hörbaren Grenze: Einerseits verspielt und einigermaßen eingängig, dann aber sofort wieder von Breaks und Queens of the Stone Age-artigen Verquereleien durchzogen. Das Motto „skilled music for skilled listeners“ ist allseits präsent. Wer dem Album Zeit gibt, sich zu entwickeln, wird mit einem herausragenden Alternative-Rock-Erlebnis belohnt. Alle anderen werden viele Fragezeichen über dem Kopf haben. Normal ist anders. Gut so!
bewertung_5

Die anderen: “Es ist also kein, wie angepriesen, Album für die breite Masse, sondern eher für den fortgeschrittenen Rock-Hörer angelegt, und auch der wird einige Durchläufe brauchen, bis er das Schätzchen zu würdigen weiss. Wer sich so angesprochen fühlt, sollte sich unbedingt ranwagen.” (triggerfish.de)

Links: Homepage / Myspace

Shortcuts

Butterfly Bones: Xoxo

butterfly_bones

Wie klein mögen die Knochen eines Schmetterlings wohl sein? Mindestens so winzig wie die putzigen Gehörknöchelchen in unseren Wascheln, auf die die Kalifornier Butterfly Bones mit ihrem irrwitzigen Track Xoxo einen Frontalangriff starten. Quietschende Synthie-Riffs, strapaziöse Lasergeräusche und ein Beat, der Super Mario in eurem alten Gameboy aus dem Display hüpfen lässt. Dazu gesellt sich ein äußerst zuversichtlicher Mann am Mikro („We know we’re wrong and we’re gonna get away with it“) – fertig ist der schräge Sommersong mitten im November. Ob und wann das Teil jemals bei uns zu haben sein wird, konnte ich leider nicht herausfinden.

Links: Facebook / Myspace

Shortcuts

Groove Armada: I Won’t Kneel

Groove_Armada

VÖ: 20.11.2009 / Cooking Vinyl / Indigo. Ladies and Gentlemen, die neue Single von Groove Armada – bleiben Sie ruhig sitzen. I Won’t Kneel lässt sich schließlich am besten ganz entspannt auf der Lümmelcouch genießen. Auf den Dancefloor sind die Briten diesmal hingegen offenbar gar nicht scharf. Statt dessen präsentieren sie ein gemächliches Stück Elektropop, für dessen Wiedererkennungswert Gastsängerin SaintSaviour sorgt. Fans von La Roux und Kate Bush sollten mal reinhören.

Die Single I Won’t Kneel erscheint am 20. November, das Album Black Light kommt am 19. Februar in die Läden.

Links: Homepage / Myspace

Reviews

Juri Gagarin: Cobra

juri_gagarin_cobraVÖ: 27.11.09 / Audiolith. Audiolith, die Zweite: Nach Supershirt kommen demnächst Juri Gagarin mit neuem Album um den Mond. Dazu holten sie sich kurzerhand die Sängerin Flicke mit ins Boot (schon gehört auf Supermarkt und zuletzt auf Give Or Take), und das tut dem Duo verdammt gut. Nicht dass sie ohne female Vocals schlecht gewesen wären, aber sie hebt die beiden auf das nächste Level. So nähern sich Juri Gagarin vorsichtig dem Pop, ohne dabei dem Technopunk die kalte Schulter zu zeigen, denn die typischen Beats sind geblieben. Und spätestens bei Take Over mit Bratze hält einen nichts mehr auf dem Sofa. Diese Platte ist pure Energie und selbst ohne Gesang (auf Buran) wird gerockt als gäbe es kein Morgen. Einen kostenlosen Remix der Vorab-Single Wet Dreams gibt es unten, auch als Download.
bewertung_5

Die anderen: “Schwielige Arbeiterhände brannten sie auf reflektierende Scheiben: 12 Track die schnell sind und kicken in guter alter bratziger Technomanier!” (subculture)

Links: Homepage / Myspace / Blog

Juri Gagarin – Wet Dreams (Elvis Creep Remix) by Audiolith

Reviews

Das Pop: Das Pop

das_popVÖ: 30.10.09 / N.E.W.S. / Rough Trade. Hier ist der Name Programm: Das Pop liefern mit ihrem selbstbetiteltem Album Das Pop ein Pop-Album ab, das den Namen auch wirklich verdient. Eingängiger Gesang (vor allem bei den teilweise schon bekannten Underground, Never Get Enough und dem grandiosen Fool For Love), keinerlei elektronische Schnörkel (obwohl das Album von Soulwax produziert wurde) und durchwegs mit echten Instrumenten eingespielt. Wer Pop mag, liegt hier goldrichtig, mir jedoch ist das Ganze dann doch einen Tick zu seicht, denn außer den drei oben erwähnten Songs sticht zu wenig heraus. Das überaus gelungene Artwork verdient an dieser Stelle aber dennoch eine Erwähnung.
bewertung_3

Die anderen: “Das Pop setzt auf schöne Geschichten, in poppige Sanftmut gehüllt und musikalisch vielfältig ausgeführt. Seit ein neuer Drummer an Bord ist, blüht Erzähler Bent zudem als charismatischer Full-Time-Frontmann endlich voll und ganz auf.” (laut.de)

Links: Homepage / Myspace

Reviews

King Cannibal: Let The Night Roar

king-cannibal-let-the-night-roarVÖ: 09.10.09 / Ninja Tune / Rough Trade. Jede Wette: King Cannibal ist als Kind in den Subwoofer gefallen und schläft mit dem Finger auf dem Delay-Knopf. Mit Let The Night Roar liefert der Brite den Soundtrack zu einer bluttriefenden Partie Doom, einen kranken Bastard aus Dancehall, Breakcore, Drum & Bass und Dub. Derbe Bassgewitter minus Struktur plus furchteinflößende Textfetzen – das hören Freddy Krüger und Leatherface wenn sie mal gute Laune haben. Am zugänglichsten klingt noch Virgo mit den französischen Reimegästen Face-A-Face, während der Rest der Platte um ungeteilte höchste Aufmerksamkeit bettelt. Wer sich auf die beunruhigenden Beats einlässt wird mit einem Klangerlebnis der außergewöhnlichen Art belohnt – wie so oft beim Label Ninja Tune. Eines meiner liebsten.
bewertung_4

Die anderen: “Anspannung und Befreiung, Heiterkeit und Furcht, Sex und Gewalt – hier sind alle Elemente großartiger Musik vorhanden. Fürchtet euch. Fürchtet euch sehr.” (Altsounds.com)

Links: Homepage / Myspace / Blog

Reviews

Dizzee Rascal: Tongue ‘N’ Cheek

Dizzee RascalVÖ: 25.09.09 / Urban / Universal. Schluss mit grimmig: Auf seinem vierten Album verabschiedet sich Dizzee Rascal vom übelgelaunten Grime und entdeckt, wie viel Bock es macht, den Dancefloor zu rocken. Als Tanzpartner hat sich der Ostlondoner unter anderen Elektro-Musterschüler Armand Van Helden (Bonkers) und Disco-Remixer Calvin Harris (Holiday, Dance Wiv Me) auserkoren. Alle Gastmusiker müssen mehr als nur die Standards drauf haben: Dancehall bei Road Rage, anschmiegsame Hosenwetzer beim souligen Chillin’ Wiv Da Man Dem und gemächliches Kopfnicken beim reggaeinfizierten Can’t Tek No More. Zum Schluss besinnt sich Mr. Rascal dann doch noch auf seine versauten Wurzeln als böser Bube und schwärmt von Blowjobs und Gesetzesbrüchen – gut so.
bewertung_4

Links: Homepage / Myspace

Die anderen: “Diese überzeugend (!) authentische Redefinition des eigenen Sounds hat eventuell das Potenzial, ein ganzes Subgenre vor der drohenden Irrelevanz zu bewahren. Zumindest aber die eigene Karriere in die richtige Richtung zu beschleunigen.” (Background Music)

hypefaktor_hochHypefaktor: Klare Sache: Dizzee lehrt mit seinem Hip-Hop-Bastard den Charts in UK bereits das Fürchten. Nur eine Frage der Zeit, bis der 24-Jährige auch die bundesdeutschen Partys rockt.

Reviews

Kitsuné: Maison Compilation 8

albumcoverVÖ: 20.11.09 / Kitsuné / Rough Trade. Bisher hat es das französische Label Kitsuné mal mehr, mal weniger gut geschafft, mit ihrer Werkschau zu beweisen, dass sie am Puls der Zeit sind. Mit der neuen, mittlerweile achten Auflage der Maison Compilation-Reihe rudert das Label wieder in trendsichere Gefilde. Und zwar mit einem transnationalen Rundumschlag an alten Bekannten und auch mit vielen neuen Gesichtern. Die Unterschiede zwischen Beiden verschwimmen von Anfang an ganz von alleine. Es ist einfach eine stimmige Auswahl, und dabei wird von Indie bis House auch auf sämtlichen Hochzeiten getanzt. Angefangen bei der Surf-Hommage Let’s Go Surfing der ganz sicher noch groß rauskommenden The Drums über das fantastische Star von Jolie Cherie bis hin zu Siriusmo‘s High Together. Hier stehen die kommenden Sternchen in den Startlöchern.
bewertung_4

Die anderen: “Die Pariser Musik- und Fashionliebhaber hauen ihre achte Compilation raus. Und wie schon bei den sieben vorherigen Ausgaben ist ein gelungener und facettenreicher Mix entstanden.” (Raveline)

hypefaktor_hochHypefaktor: Diesmal haben es die Pariser Styler mal wieder geschafft: Neue wie alte Künstler wissen zu überzeugen, und über die einen oder anderen wird man noch viel sprechen – bis zur nächsten Kitsuné Maison Compilation.

Links: Homepage / Myspace mit Minimix der Compilation