Tag Archive for 'rezension'

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Two Door Cinema Club: Tourist History

TwoDoorCinemaClub_TouristHistoryVÖ: 05.03.10 / Cooperative Music / Universal. Als ich im November über die Single I Can Talk berichtet habe, hatte ich mir in etwa dieses Album dazu vorgestellt. Also haben die Jungs vom Two Door Cinema Club so ziemlich alles richtig gemacht. Gerade die Tracks Do You Want It All? und Undercover Martyn stehen der ersten Single in nichts nach, und auch ansonsten hat das Album einiges zu bieten. Die drei Iren verstehen es nämlich gekonnt, Einflüsse aus Indie, Elektronik und Afrobeat zu mischen (Ein Vergleich mit Foals liegt nahe), und so ergibt sich aus dem Ganzen mehr als die berühmte Summe der einzelnen Teile. Ein durchwegs gelungenes Album also, einziger Wehrmutstropfen: Die Spieldauer von einer guten halben Stunde lässt schon zu wünschen übrig.
bewertung_5

Die anderen: “Auch die letzen drei Tracks des Albums können das Niveau halten, was zur erfreulichen Bilanz führt, dass sich auf Tourist History kein einziger schlechter Song findet.” (Musiktip)

hypefaktor_hochHypefaktor: Ohne mich dabei weit aus dem Fenster zu lehnen, das ist schon mal der erste Anwärter auf das (Hype-)Album des Jahres. Und das auch wirklich verdient. Punkt.

Links: Myspace

Und weils gar so schön ist, gibt es gleich noch einen zweiten Song obendrauf (bzw. untendrunter):

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Die Sterne: 24/7

diesterne247VÖ: 26.02.10 / Materie Records / Rough Trade. Dass Die Sterne keinen klassischen Indie-Pop Hamburger Schule mehr machen, haben wir letztes Jahr mit ihrer EP Der Riss mitbekommen. Den dort eingeschlagenen Weg hin zu elektronischen Klanggewändern gehen die drei Hamburger jetzt mit 24/7 auch auf Albumlänge weiter. Der Produzent und DJ Mathias Modica aka Munk versorgt sie dabei mit den eigentlich Sterne-untypischen treibenden elektronischen Beats. Und diese Symbiose kann sich sehen bzw. hören lassen: Entstanden ist ein sehr tanzbares und dabei ziemlich lässiges Disco-Album mit intelligenten deutschen Texten, das wir in dieser Art viel zu selten in den Player schieben dürfen, einzig Bratze fallen mir da als Referenz noch ein, aber die sind noch eine Schippe härter unterwegs.
bewertung_4

Die anderen: “So dominiert auf 24/7 der Beat, die eingängigen Melodien liefern Synthesizer und Klavier, was die Musik vielschichtiger macht, als die der früheren Alben.” (laxmag.de)

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OK Go: Of The Blue Colour Of The Sky

ok go _ album artworkVÖ: 19.02.10 / EMI. Da werden andere gelb vor Neid: OK Go’s Musikvideo zu ihrem Hit Here It Goes Again wurde bereits bei den Simpsons persifliert. Damit gehört der Clip, in dem sich die Band auf Laufbändern quält, zum amerikanischen Kulturschatz. Spaßige Filmchen sind allerdings nicht alles, was die Jungs drauf haben. Ihr drittes Album steckt voll fantastischer Melodien, Genremauern zerbersten in Schutt und Asche. Mal huldigt das Quartett mit groovy Gitarrenspiel dem Großmeister des Eros-Funk Prince, dann flüchtet es sich in verträumte Popballaden. Mit Needing / Getting servieren sie gar eine feine Country-Hook, bei der selbst ich als hartgesottener Westernmucke-Hasser zum Cowboyhut greife. Nur stellenweise macht sich ein klein wenig Öde breit – bei einigen Balladen.
bewertung_4

Die anderen: “Es ist wirklich nicht auszumachen, welche Richtung OK Go in näherer Zukunft einschlagen werden. Sie scheinen aber (…) auf dem besten Weg zur genrefreien Band zu sein.” (whitetapes.de)

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Groove Armada: Black Light

Groove Armada_CoverVÖ: 26.02.10 / Cooking Vinyl / Indigo. Eine feine Platte haben die Soundtüftler Andy Cato und Tom Findlay da aus dem Mischpult gezaubert: Black Light ist der eindrucksvolle Beweis, dass die Groove Armada gut 15 Jahre nach Gründung noch immer in Bewegung ist. Diesmal verlassen die Briten den knarzenden House- und Big-Beat-Dancefloor und kuscheln sich auf einen riesigen Klangteppich aus Synth-Pop. Der sorgt für wohlig-warmes Achtziger-Feeling, ohne auch nur einen Takt abgewetzt zu wirken. Bestes Beispiel dafür ist das emotionale I Won’t Kneel - Elektropop in Perfektion. Warsaw hingegen entpuppt sich als energiegeladener Riese, der kraftvoll und entschlossen nach vorne marschiert. Das Schritttempo ist dabei ziemlich low; wer so mächtig ist, kennt keine Eile. Auch ihr solltet reichlich Zeit für das Album einplanen: Black Light wächst mit jedem Hördurchgang. Hat mich schwer überzeugt …
bewertung_5

Die anderen: “Wenn du ein echter Groove-Armada-Fan bist, wirst du Black Light lieben oder hassen. Ich bezweifle, dass es etwas dazwischen geben wird.” (urb.com)

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Goldfrapp: Head First

goldfrapp_headfirstVÖ: 19.03.10 / Mute / EMI. Wo ein von Wolken überlagertes Frauengesicht drauf ist, ist Pop drin, soviel ist schon mal klar. Mit dieser Einstellung sollte man sich dem neuen Album Head First von Goldfrapp auch nähern, denn was anderes bekommt man nicht. Kristallklarer 80er-Jahre-Electropop vom Allerfeinsten. Wer drauf steht wird sich die Hände reiben, denn Vergleiche mit ABBA und der frühen (nicht der heutigen, beliebig zwischen R&B und House wandelnden) Madonna liegen nahe. Nur knapp über 30 Minuten, verteilt auf 9 Songs, von denen etliche den direkten Weg in den Gehörgang finden. Manchmal allerdings zu glatt oder schon fast langweilig, was die beiden Briten hier auftischen, aber zum Beispiel die Vorab-Single Rocket oder I Wanna Life bergen gehöriges Hitpotential, spätestens im Grum-Remix.
bewertung_2

Die anderen:Head First’s singalong hooks and day-glo synths stand in marked contrast to the unhurried, pastoral sounds of Goldfrapp’s previous album, 2008’s Seventh Tree(EW Music Mix)

hypefaktor_hochHypefaktor: Die 80er-Jahre-Retro-Welle ebbt zwar eigentlich schon ab, aber mit diesem Album erwischen Goldfrapp auch noch die resistentesten 80er-Hype-Verweigerer, bevor die 90er dann endgültig zuschlagen. Top-Ten-Alarm!

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Kasper Björke: Standing On Top Of Utopia

Kasper Bjoerke CoverVÖ: 15.02.10 / hfn music / Roughtrade. Direkt aus dem Epizentrum der Kopenhagener Elektroszene, kraxelt Kasper Björke an die Spitze von Utopia. Im Rucksack hat er dabei den Danish Music Award als bester Produzent. Nicht die schlechteste Referenz – aber schwer zu schleppen das Teil. Vielleicht klingt der junge Mann bei den zehn Songs seines zweiten Albums deshalb ein wenig schwermütig. Spaß macht der schwülstige Elektropop im Stile von Hot Chip und WhoMadeWho trotzdem – manchmal zumindest. Björke rangiert zwischen cheesy Housetunes und knarzendem Minimalismus, schwer verdaulichem New-Age-Sound und zischenden Experimenten. Einige Hits, paar Füller. Pickt euch eure Favoriten raus.
bewertung_3

Die anderen: “Standing On Top Of Utopia ist ein wirklich gelungener Nachfolger von In Gumbo und schickt einen, wenn man sich darauf einlässt und durch die glitzernde Oberfläche dringt, auf eine wunderbare Reise.” (BLN.FM)

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Delphic: Acolyte

delphic_acolyteVÖ: 29.01.10 / Cooperative Music / Universal. Delphic kündigten mit ihren zwei Singles Counterpoint und This Momentary letztes Jahr schon etwas Großes an, seit Anfang Januar ist die dritte Single Doubt draußen, die den Vorgängern wieder in Nichts nachsteht, plus Remix-Irrsinn. Ende Januar kommt jetzt also der Longplayer Acolyte der drei Jungs aus der Musikstadt Manchester. Darauf mischen sie gekonnt Gitarrenmusik mit elektronischen Elementen. Nichts phänomenal Neues, muss aber auch nicht. Ein paar kleine Durchhänger, wenn es dann etwas sphärischer wird, aber verstecken müssen sich Delphic mit ihrem Debüt nicht. Selbstbewusst treten sie in die Fußstapfen der großen Bands aus Manchester wie Joy Division oder New Order. Und wer sich auf der Band-Homepage registriert, bekommt 4 Songs geschenkt.
bewertung_3

Die anderen:Acolyte ist zu saftlos für den Rave, aber auch zu hibbelig für den Chillout danach. Nichts Halbes und nichts Ganzes.” (plattentests.de)

hypefaktor_hochHypefaktor: Müsste eigentlich der neue Scheiß werden, die nächste Single ist mit Halcyon schon im Anschlag, und bei denen lagen Delphic bisher ja goldrichtig. Und selbst die langatmigeren Album-Tracks (hier auch öfter mal jenseits der 5 Minuten) sind ja spätestens seit The XX absolut en vogue.

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Hot Chip: One Life Stand

hot_chip_coverVÖ: 29.01.10 / EMI. Mit einer heißen Clubnacht geben sich Hot Chip längst nicht mehr zufrieden. Die Jungs wollen nicht mehr und nicht weniger als den One Life Stand. Da genügt es nicht, einfach zacki-zacki ein paar Beats raus zu hauen, da ist Romantik gefragt. Das wissen die Londoner und präsentieren sich auf ihrem vierten Album ziemlich soulig und weniger verquer. Den richtigen Ton trifft dabei stets Alexis Taylor, der selbst das gospelhafte Slush nicht zur Peinlichkeit verkommen lässt. Für Tanzwütige empfehle ich allerdings I Feel Better, Thieves In The Night oder We Have Love in bester Achtziger-Disco-Manier – mit jeder Menge Remix-Potenzial.
bewertung_4

Die anderen:… haben wieder eine ganze Handvoll reinrassiger Hot-Chip-Tanzwüter im Gepäck, die einen vehement von der Theke ins Getümmel unter der Diskokugel zerren. Eine Band für Singles eben.(auftouren.de)

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