Tag Archive for 'review'

Reviews

MGMT: Congratulations

mgmt_congratulationsVÖ: 09.04.10 / Columbia / Sony. Mit ihrem Debüt surften MGMT vor drei Jahren auf einer riesigen Erfolgswelle direkt in die Bestenlisten der Musikkritiker und Fans. Jetzt erscheint die richtungsweisende zweite Platte mit dem obersten Gebot: Nur keinen Bauchklatscher hinlegen. Den vermeiden die Brooklyner gekonnt und verlassen zudem noch ihr gewohntes Fahrwasser: Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser entdecken die Surfgitarre und servieren psychedelische Pop-Perlen zwischen Beach Boys und frühem Bowie. Während Brian Eno als lässige Lo-Fi-Garagennummer durchgeht, reist das epische Siberian Breaks in satten zwölf Minuten von den späten Sechzigern in die synthielastigen Achtziger. Weniger Hype als beim Erstling, aber durchaus gute Haltungsnoten für das Duo.

bewertung_4

Die anderen: “Man kommt nicht umhin, den Wagemut von MGMT anzuerkennen, so offensichtlich gegen den Strich zu bĂĽrsten.” (Ohfancy.de)

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Dendemann: Vom Vintage verweht

dendemann_vintageVÖ: 09.04.10 / Yo Mama / Sony BMG. Zwar punktet das neue Album von Dendemann mit live eingespielten, rockigen »Beats« und Dende ist auch 2010 reimtechnisch immer noch auf der Höhe, aber die (seit Freitag auch offiziell erhältliche) Single Stumpf Ist Trumpf 3.0 hat die Messlatte einfach zu hoch gelegt, denn keiner der dreizehn Tracks kommt auch nur annähernd an den vorab ausgekoppelten Hit ran. Ein durchwachsenes Album mit wenigen Highlights also, heraus stechen einzig der durchgängige Sprachwitz und vielleicht noch die Tracks Und Wenn Ja, Warum? oder 0 Robota. Für Fans auf jeden Fall empfehlenswert, die Masse begnügt sich einfach mit der Single und dem zugehörigen Video, dessen »A-Team meets MacGyver«-Style einfach nur grandios ist.
bewertung_2

Die anderen: Haben bisher auĂźer der offiziellen Pressemeldung nichts zu melden.

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KiD CuDi ft. Snoop Dogg: I Do My Thing

kidcudi

„I smoke, I drink, I do my own thing“. KiD CuDi präsentiert die perfekte Antwort auf die Frage des Personalchefs, welche Hobbies man denn so habe. Glaubt man den Worten des Brooklyner Rappers, muss er ein ausschweifendes Partyleben führen. Leider liefert er mit seinem neuen Song I Do My Thing dazu nicht den passenden Soundtrack – das Teil schleppt sich doch ziemlich minimalistisch dahin. Da KiD aber musikalische Unterstützung von niemand geringerem als Snoop Dogg erhielt und die Zusammenarbeit auch noch von Altmeister Dr. Dre produziert wurde, möchte ich euch das Teil nicht vorenthalten.

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Bratze: Korrektur Nach Unten

Bratze_KorrekturNachUntenVÖ: 19.03.10 / Audiolith / Broken Silence. Bratze sind zurück und machen da weiter, wo sie mit dem 2007er Album Kraft (schon wieder 3 Jahre her, hätte ich jetzt nicht gedacht) aufgehört haben. Und dass es in der symbiotischen Zusammenarbeit zwischen dem Elektro-Soundtüftler Der Tante Renate und dem Indie-Chanteur Clickclickdecker noch Luft nach oben gab, zeigt jetzt der neue Longplayer Korrektur Nach Unten Und Die Notwendigkeit Einer Übersetzung. Hier treffen intelligente Texte auf fette Beats, und das geht in Zeiten von Electro-Schlagersongs und »Dingalingaling«-Texten runter wie Öl. Und nimmt den lauter werdenden Stimmen der Audiolith-Kritiker selbiges aus dem Feuer (oder so ähnlich). Es geht eben auch intellektuell beim Hamburger Party-Label. Nicht ohne Abfeiern, aber wenigstens mit Stil. Das zeigt auch das selbstironische Low-Budget-Video zur Single mit dem wunderbaren Titel Ohne Das Ist Es Nur Noch Laut.
bewertung_4

Die anderen: Haben bisher noch nichts zu sagen.

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Afrojack: Pacha On Acid

afrojack

Während JĂĽrgen Drews seinem Königreich Mallorca ein Liedchen trällert, huldigt Afrojack seinem persönlichen Lieblings-Eiland Ibiza. Genauer: dem ältesten Club der Insel. Wie es klingt, wenn das gesamte Pacha auf Acid ist, offenbart der vielsagende Track Pacha On Acid – nomen est omen. Okay, besonders viel Abwechslung zaubert der Holländer dabei nicht aus dem Hut, dafĂĽr brennt sich die Hook hart an der Grenze zum Minimal sauber in die Gehörgänge ein. Trotzdem eher was zum Runterkommen …

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Cypress Hill: Rise Up

cypress_hill_coverVÖ: 06.04.10 / Priority / EMI. Als Sido am Prenzlauer Berg mit seinen kleinen Kinderhändchen noch an seiner Totenkopfmaske gehäkelt hat, hatten Cypress Hill bereits der gesamten Westcoast das Fürchten gelehrt. In den letzten Jahren war es allerdings merkwürdig ruhig um die Jungs geworden. Kein Wunder: 36 Monate hatte sich die Latino-Crew im Studio verschanzt, um am neuen Album zu werkeln. Jetzt erscheint Rise Up und macht jede Menge Bock. Ohne musikalische Scheuklappen samplen sich die Hillers durch die Genres, grooven auf K.U.S.H., reimen als Trouble Seeker auf einem fetten Gitarrenriff und locken Armed And Dangerous so manche Soul-Lady auf ihren Zypressenhügel. Einen Exkurs in die gute alte Zeit des Crossovers gibt es mit dem Titeltrack obendrauf – unter fachkundiger Reiseleitung von RATM-Gitarrist Tom Morello.
bewertung_4

Die anderen: “Daher bin ich ĂĽberglĂĽcklich, mein erstes Signing mit Cypress Hill bekannt zu geben. Cypress Hill ist unumstritten eine der bedeutendsten HipHop-Bands in der Musikgeschichte.” (Label-Chef Snoop Dogg bei raplounge.de)

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Two Door Cinema Club: Tourist History

TwoDoorCinemaClub_TouristHistoryVÖ: 05.03.10 / Cooperative Music / Universal. Als ich im November über die Single I Can Talk berichtet habe, hatte ich mir in etwa dieses Album dazu vorgestellt. Also haben die Jungs vom Two Door Cinema Club so ziemlich alles richtig gemacht. Gerade die Tracks Do You Want It All? und Undercover Martyn stehen der ersten Single in nichts nach, und auch ansonsten hat das Album einiges zu bieten. Die drei Iren verstehen es nämlich gekonnt, Einflüsse aus Indie, Elektronik und Afrobeat zu mischen (Ein Vergleich mit Foals liegt nahe), und so ergibt sich aus dem Ganzen mehr als die berühmte Summe der einzelnen Teile. Ein durchwegs gelungenes Album also, einziger Wehrmutstropfen: Die Spieldauer von einer guten halben Stunde lässt schon zu wünschen übrig.
bewertung_5

Die anderen: “Auch die letzen drei Tracks des Albums können das Niveau halten, was zur erfreulichen Bilanz fĂĽhrt, dass sich auf Tourist History kein einziger schlechter Song findet.” (Musiktip)

hypefaktor_hochHypefaktor: Ohne mich dabei weit aus dem Fenster zu lehnen, das ist schon mal der erste Anwärter auf das (Hype-)Album des Jahres. Und das auch wirklich verdient. Punkt.

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Und weils gar so schön ist, gibt es gleich noch einen zweiten Song obendrauf (bzw. untendrunter):

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Die Sterne: 24/7

diesterne247VÖ: 26.02.10 / Materie Records / Rough Trade. Dass Die Sterne keinen klassischen Indie-Pop Hamburger Schule mehr machen, haben wir letztes Jahr mit ihrer EP Der Riss mitbekommen. Den dort eingeschlagenen Weg hin zu elektronischen Klanggewändern gehen die drei Hamburger jetzt mit 24/7 auch auf Albumlänge weiter. Der Produzent und DJ Mathias Modica aka Munk versorgt sie dabei mit den eigentlich Sterne-untypischen treibenden elektronischen Beats. Und diese Symbiose kann sich sehen bzw. hören lassen: Entstanden ist ein sehr tanzbares und dabei ziemlich lässiges Disco-Album mit intelligenten deutschen Texten, das wir in dieser Art viel zu selten in den Player schieben dürfen, einzig Bratze fallen mir da als Referenz noch ein, aber die sind noch eine Schippe härter unterwegs.
bewertung_4

Die anderen: “So dominiert auf 24/7 der Beat, die eingängigen Melodien liefern Synthesizer und Klavier, was die Musik vielschichtiger macht, als die der frĂĽheren Alben.” (laxmag.de)

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