Young Punx? Da war doch was … Ach ja, das Debüt des Briten Hal Ritson samt Kumpanen vor eineinhalb Jahren hatte mich ganz ordentlich durchgeschüttelt – was sicher am fetten Mix aus Drum & Bass, Big Beat und eingängigen Vocal-Hooks lag. Diesem Stil bleibt der Londoner Klangbastler treu und darf damit weiterhin auf namhafte Fans wie Norman Cook aka Fatboy Slim zählen. Zur Anhängerschar zählt offenbar auch der italienische Producer Phonat, der Ready For The Fight in einen flotten Punkstep-Mix gehüllt hat. Ziemlich viel Mash für 3:45 Minuten.
Vom Rauswerfer zum Einheizer: Lorin Ashton, besser bekannt als Bassnectar, hat sich den Pixies-Klassiker Where Is My Mind gekrallt und ein wahres Monster der Tiefe(n) daraus geschaffen. Wenig vermunderlich, dass die mächtige Kreatur auf einer fetten Bassline und hämmernden Midtempo-Beats marschiert – das konnte der kalifornische Soundschneider schon immer am besten. DJs, die das Original bisher als letztes Stück und ultimativen Abschiedssong in ihrer Setlist hatten, dürfen den Remix gern zur gut betanzten Prime-Time auflegen.
Übrigens: Das neue Mixtape von Bassnectar for free gibt’s hier.
Wie feinfühlig können Jungs sein, die sich The Bloody Beetroots nennen? Eben. Insofern verwundert die Schlachtplatte wenig, die die beiden Italiener aus Étienne de CrécysWelcome gemetzgert haben. Ein Intro wie der letzte Probealarm in der siebten Klasse, schneidende Laser-Sounds und bashende Verzerrung, die euch das Fürchten lehrt. Zwischendurch gönnt uns das Duo ein paar klassisch anmutende Verschnaufpausen, die sogar den Kitsch-Königen der Rondo-Veneziano-Gang schmecken könnten. Macht mächtig Alarm das Teil!
VÖ: 19.03.10 / Mute / EMI. Wo ein von Wolken überlagertes Frauengesicht drauf ist, ist Pop drin, soviel ist schon mal klar. Mit dieser Einstellung sollte man sich dem neuen Album Head First von Goldfrapp auch nähern, denn was anderes bekommt man nicht. Kristallklarer 80er-Jahre-Electropop vom Allerfeinsten. Wer drauf steht wird sich die Hände reiben, denn Vergleiche mit ABBA und der frühen (nicht der heutigen, beliebig zwischen R&B und House wandelnden) Madonna liegen nahe. Nur knapp über 30 Minuten, verteilt auf 9 Songs, von denen etliche den direkten Weg in den Gehörgang finden. Manchmal allerdings zu glatt oder schon fast langweilig, was die beiden Briten hier auftischen, aber zum Beispiel die Vorab-Single Rocket oder I Wanna Life bergen gehöriges Hitpotential, spätestens im Grum-Remix.
Die anderen: “Head First’s singalong hooks and day-glo synths stand in marked contrast to the unhurried, pastoral sounds of Goldfrapp’s previous album, 2008’s Seventh Tree” (EW Music Mix)
Hypefaktor: Die 80er-Jahre-Retro-Welle ebbt zwar eigentlich schon ab, aber mit diesem Album erwischen Goldfrapp auch noch die resistentesten 80er-Hype-Verweigerer, bevor die 90er dann endgültig zuschlagen. Top-Ten-Alarm!
Da hat sich wohl jemand Ärger mit der Küchenmaschinen-Branche eingehandelt. Oder wie sollen wir uns das taufrische zweite „L“ im Namen des Münchner Gomma-Remixers Moullinex plötzlich erklären? Wie auch immer, gegessen wird, was aufn Tisch kommt. In diesem Fall Eingefrorenes, das wir anlässlich der Namenserweiterung gerne noch mal auftauen: Moullinex’ Version von Cut Copys Lights And Music. Die Zutaten: mittelschnelle Beats, pathetischer Discosound an der Schwelle zum Kitsch und eingestreute Vocals. Eher was für den Nachtisch, als ein Appetizer für durchtanzte Clubnächte. Trotzdem lecker.
Jetzt wird’s poppig: Der französische DJ Danger ist Comic- und Videospielfan und nennt seine eigenen Releases gerne mal 4h30 oder 9h20. Allerdings macht er mehr und mehr auch als Remixer von sich reden, zum Beispiel durch die grandiose Neuinterpretation von Divine (Frankreichs Grand Prix-Beitrag von Sebastien Tellier aus dem Jahr 2008), ich empfehle an dieser Stelle aber den etwas aktuelleren Remix des eingängigen All The Right Moves von One Republic.
Einige von euch hatten es geahnt, für andere war mein akustischer Fetisch bereits amüsante Gewissheit: Ich bin glühender Anhänger von Roxy Music. Jetzt wo’s offiziell raus ist, kann ich ganz ungeniert die eben rein geschneite Single-Ankündigung abfeiern – DJ Hell macht gemeinsame Sache mit Roxy-Mastermind Bryan Ferry! Die beiden trafen sich bereits 2006 in London und beschlossen, Ferrys bislang unveröffentlichten Track U Can Dance ordentlich aufzumotzen. Mission gelungen. Übrigens: Mister Ferry feiert im September seinen 65. (!) Geburtstag, vergnügt sich mit einer 34-jährigen Tänzerin und werkelt gerade an einer neuen Scheibe. Und was macht euer Opa so, wenn er nicht gerade vom Stammtisch nach Hause torkelt?
Kann sich irgendjemand hier noch an den kultigen 80s-Streifen Ferris macht blau erinnern? In dem der ebenso coole wie lernfaule Ferris Bueller mit einem „geliehenen“ Ferrari durch Chicago düst? Den Soundtrack lieferten damals die Schweizer Yello (Oh Yeah). Heute wäre wohl Kavinsky mit Testarossa Overdrive die richtige Wahl für die musikalische Untermalung. Zumal sich niemand geringerer als SebastiAn, Soundschnipsler und –flicker aus dem Hause Ed Banger, an den Remix gewagt hat. Hektisch, beunruhigend und definitiv nix für U-Bahn-Fahrer.
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