VÖ: 20.11.2009 / Cooking Vinyl / Indigo. Ladies and Gentlemen, die neue Single von Groove Armada – bleiben Sie ruhig sitzen. I Won’t Kneel lässt sich schließlich am besten ganz entspannt auf der Lümmelcouch genießen. Auf den Dancefloor sind die Briten diesmal hingegen offenbar gar nicht scharf. Statt dessen präsentieren sie ein gemächliches Stück Elektropop, für dessen Wiedererkennungswert Gastsängerin SaintSaviour sorgt. Fans von La Roux und Kate Bush sollten mal reinhören.
Die Single I Won’t Kneel erscheint am 20. November, das Album Black Light kommt am 19. Februar in die Läden.
VÖ: 25.09.09 / Urban / Universal. Schluss mit grimmig: Auf seinem vierten Album verabschiedet sich Dizzee Rascal vom übelgelaunten Grime und entdeckt, wie viel Bock es macht, den Dancefloor zu rocken. Als Tanzpartner hat sich der Ostlondoner unter anderen Elektro-Musterschüler Armand Van Helden (Bonkers) und Disco-Remixer Calvin Harris (Holiday, Dance Wiv Me) auserkoren. Alle Gastmusiker müssen mehr als nur die Standards drauf haben: Dancehall bei Road Rage, anschmiegsame Hosenwetzer beim souligen Chillin’ Wiv Da Man Dem und gemächliches Kopfnicken beim reggaeinfizierten Can’t Tek No More. Zum Schluss besinnt sich Mr. Rascal dann doch noch auf seine versauten Wurzeln als böser Bube und schwärmt von Blowjobs und Gesetzesbrüchen – gut so.
Die anderen: “Diese überzeugend (!) authentische Redefinition des eigenen Sounds hat eventuell das Potenzial, ein ganzes Subgenre vor der drohenden Irrelevanz zu bewahren. Zumindest aber die eigene Karriere in die richtige Richtung zu beschleunigen.” (Background Music)
Hypefaktor: Klare Sache: Dizzee lehrt mit seinem Hip-Hop-Bastard den Charts in UK bereits das Fürchten. Nur eine Frage der Zeit, bis der 24-Jährige auch die bundesdeutschen Partys rockt.
VÖ: 20.11.09 / Kitsuné / Rough Trade. Bisher hat es das französische Label Kitsuné mal mehr, mal weniger gut geschafft, mit ihrer Werkschau zu beweisen, dass sie am Puls der Zeit sind. Mit der neuen, mittlerweile achten Auflage der Maison Compilation-Reihe rudert das Label wieder in trendsichere Gefilde. Und zwar mit einem transnationalen Rundumschlag an alten Bekannten und auch mit vielen neuen Gesichtern. Die Unterschiede zwischen Beiden verschwimmen von Anfang an ganz von alleine. Es ist einfach eine stimmige Auswahl, und dabei wird von Indie bis House auch auf sämtlichen Hochzeiten getanzt. Angefangen bei der Surf-Hommage Let’s Go Surfing der ganz sicher noch groß rauskommenden The Drums über das fantastische Star von Jolie Cherie bis hin zu Siriusmo‘s High Together. Hier stehen die kommenden Sternchen in den Startlöchern.
Die anderen:“Die Pariser Musik- und Fashionliebhaber hauen ihre achte Compilation raus. Und wie schon bei den sieben vorherigen Ausgaben ist ein gelungener und facettenreicher Mix entstanden.”(Raveline)
Hypefaktor: Diesmal haben es die Pariser Styler mal wieder geschafft: Neue wie alte Künstler wissen zu überzeugen, und über die einen oder anderen wird man noch viel sprechen – bis zur nächsten Kitsuné Maison Compilation.
VÖ: 02.10.09 / Bear Family. Da steckt Liebe drin: Die muckeverrückten Norddeutschen vom Label Bear Family haben auf Tageslicht und zwischenmenschliche Streicheleinheiten verzichtet und sich stattdessen in den Archiven verschanzt. Nicht ohne Mission – galt es doch, die ultimativen Soul-Smasher der Jahre 1966 bis 1970 aus ihren Kellern zu befreien. Zugegeben: Viele der Künstler der fünf Compilations Sweet Soul Music hatten bereits auf früheren Samplern Freigang – Marvin Gaye, Edwin Starr, Sly & The Family Stone. Erfrischender sind da schon eher unbekannte Seelenklimperer wie Freda Payne oder Paul Kelly. Beim Kennenlernen helfen die mit literweise Herzblut gestalteten Booklets, die beinahe enzyklopädischen Charakter besitzen. Bravo, Bear Family!
VÖ: 09.10.09 / Pias / Rough Trade. Zum ersten Mal so richtig aufmerksam geworden bin ich auf die Editors durch den All Sparks-Remix von Phones. Doch auch die Indie-Originale machen einiges her. Doch mit dem vorliegenden dritten Studioalbum In This Light And On This Evening machen sie Dance-Remixe fast überflüssig, greifen die Herren doch mittlerweile höchstselbst zum Synthesizer. Was bei der Vorab-Single Papillon noch ganz gut klappt, verliert sich auf Albumlänge dann doch etwas in den fast durchwegs recht langsamen, melancholischen Songs, gepaart mit langatmigen Instrumentalparts. Die neu eingesetzte Elektronik kann also leider nicht über die aufkommende Langeweile hinwegtäuschen. Was bleibt ist die fantastische Stimme von Tom Smith.
Die anderen: “Keine Sekunde, die man in dieses Album investiert, ist am Ende verschwendet. Unser Wort darauf.” (Visions)