VÖ: 29.01.10 / Cooperative Music / Universal.Delphic kündigten mit ihren zwei Singles Counterpoint und This Momentary letztes Jahr schon etwas Großes an, seit Anfang Januar ist die dritte Single Doubt draußen, die den Vorgängern wieder in Nichts nachsteht, plus Remix-Irrsinn. Ende Januar kommt jetzt also der Longplayer Acolyte der drei Jungs aus der Musikstadt Manchester. Darauf mischen sie gekonnt Gitarrenmusik mit elektronischen Elementen. Nichts phänomenal Neues, muss aber auch nicht. Ein paar kleine Durchhänger, wenn es dann etwas sphärischer wird, aber verstecken müssen sich Delphic mit ihrem Debüt nicht. Selbstbewusst treten sie in die Fußstapfen der großen Bands aus Manchester wie Joy Division oder New Order. Und wer sich auf der Band-Homepage registriert, bekommt 4 Songs geschenkt.
Die anderen: “Acolyte ist zu saftlos für den Rave, aber auch zu hibbelig für den Chillout danach. Nichts Halbes und nichts Ganzes.” (plattentests.de)
Hypefaktor: Müsste eigentlich der neue Scheiß werden, die nächste Single ist mit Halcyon schon im Anschlag, und bei denen lagen Delphic bisher ja goldrichtig. Und selbst die langatmigeren Album-Tracks (hier auch öfter mal jenseits der 5 Minuten) sind ja spätestens seit The XX absolut en vogue.
01. Ira Atari & RampueMy Name Is Ira
02. Simian Mobile DiscoAudacity Of Huge
03. The Dirty Secrets5 Feet Of Snow (Miami Horror Remix)
04. La Roux In For The Kill
05. PhoenixLisztomania (Yuksek Remix)
06. Yeah Yeah YeahsHeads Will Roll (A-Trak Remix)
07. NadastromPussy
08. Plateau RepasVampires (Freakatronic Remix)
09. Juri GagarinGive Or Take
10. La RouxBulletproof
11. Penguin PrisonA Funny Thing
12. GossipHeavy Cross
13. Little BootsStuck On Repeat (Fake Blood Remix)
14. YuksekTonight
15. Mediengruppe TelekommanderEndlosrille
16. DataOne In A Million (Club Mix)
17. The Ting TingsThat’s Not My Name (LA Riots Remix)
18. Supershirt8000 Mark
19. Miss PlatnumShe Moved In
20. The Bloody Beetroots feat. Steve AokiWarp 1.9
Okay, was auch immer Chris Glover aka Penguin Prison gegen Pinguine haben mag (ich tippe jetzt mal auf ein lange verdrängtes Kindheits-Trauma), einsperren muss man sie ja nicht gleich deswegen. Eine tolle Scheibe ist die kürzlich bei Neon Gold erschienene Doppel-Debüt-Single trotzdem. Der zweite Track A Funny Thing noch mehr als die eigentliche A-Seite Animal Animal: Melodischer Beat, schöne Vocals, catchy Electropop vom Feinsten also. Bei RCRDLBL gibt es sogar zwei kostenlose Remixe von A Funny Thing.
Hypefaktor: Würde mich schon wundern, wenn Penguin Prison nächstes Jahr nichts mehr von sich hören lässt. Ein Geheimtipp für 2010!
Am 23. November kommt mit I Can Talk die neue Single (die ja auf der achten Kitsuné Compilation schon mit einem Remix angeteased wurde) der drei Jungs vom Filmclub. Und ich muss sagen, das Teil geht richtig gut ab, Afro-Beat-Touch inklusive. Chapeau, Two Door Cinema Club, mehr davon! Dafür wird dann hoffentlich auf dem Album gesorgt, das im Februar 2010 erscheinen soll.
Hypefaktor: So muss Indie klingen im Jahr 2009. Würde mich wundern, wenn der Two Door Cinema Club nicht spätestens mit seinem Debüt-Album Kurs auf die Charts nimmt.
VÖ: 25.09.09 / Urban / Universal. Schluss mit grimmig: Auf seinem vierten Album verabschiedet sich Dizzee Rascal vom übelgelaunten Grime und entdeckt, wie viel Bock es macht, den Dancefloor zu rocken. Als Tanzpartner hat sich der Ostlondoner unter anderen Elektro-Musterschüler Armand Van Helden (Bonkers) und Disco-Remixer Calvin Harris (Holiday, Dance Wiv Me) auserkoren. Alle Gastmusiker müssen mehr als nur die Standards drauf haben: Dancehall bei Road Rage, anschmiegsame Hosenwetzer beim souligen Chillin’ Wiv Da Man Dem und gemächliches Kopfnicken beim reggaeinfizierten Can’t Tek No More. Zum Schluss besinnt sich Mr. Rascal dann doch noch auf seine versauten Wurzeln als böser Bube und schwärmt von Blowjobs und Gesetzesbrüchen – gut so.
Die anderen: “Diese überzeugend (!) authentische Redefinition des eigenen Sounds hat eventuell das Potenzial, ein ganzes Subgenre vor der drohenden Irrelevanz zu bewahren. Zumindest aber die eigene Karriere in die richtige Richtung zu beschleunigen.” (Background Music)
Hypefaktor: Klare Sache: Dizzee lehrt mit seinem Hip-Hop-Bastard den Charts in UK bereits das Fürchten. Nur eine Frage der Zeit, bis der 24-Jährige auch die bundesdeutschen Partys rockt.
VÖ: 20.11.09 / Kitsuné / Rough Trade. Bisher hat es das französische Label Kitsuné mal mehr, mal weniger gut geschafft, mit ihrer Werkschau zu beweisen, dass sie am Puls der Zeit sind. Mit der neuen, mittlerweile achten Auflage der Maison Compilation-Reihe rudert das Label wieder in trendsichere Gefilde. Und zwar mit einem transnationalen Rundumschlag an alten Bekannten und auch mit vielen neuen Gesichtern. Die Unterschiede zwischen Beiden verschwimmen von Anfang an ganz von alleine. Es ist einfach eine stimmige Auswahl, und dabei wird von Indie bis House auch auf sämtlichen Hochzeiten getanzt. Angefangen bei der Surf-Hommage Let’s Go Surfing der ganz sicher noch groß rauskommenden The Drums über das fantastische Star von Jolie Cherie bis hin zu Siriusmo‘s High Together. Hier stehen die kommenden Sternchen in den Startlöchern.
Die anderen:“Die Pariser Musik- und Fashionliebhaber hauen ihre achte Compilation raus. Und wie schon bei den sieben vorherigen Ausgaben ist ein gelungener und facettenreicher Mix entstanden.”(Raveline)
Hypefaktor: Diesmal haben es die Pariser Styler mal wieder geschafft: Neue wie alte Künstler wissen zu überzeugen, und über die einen oder anderen wird man noch viel sprechen – bis zur nächsten Kitsuné Maison Compilation.
Aufruhr in der Blogosphäre: A-Trak, bürgerlich Alain Macklovitch, sorgt mit seinem Remix von Heads Will Roll (Yeah Yeah Yeahs) derzeit für Begeisterungsstürme vor den Monitoren. Der Track beginnt zunächst recht unspektakulär wie ein hausbackenes Piece Minimal, legt ab Minute 1 mächtig zu und hat sich spätestens bei 1:30 gnadenlos in eure Gehirnwindungen gebohrt. Also besser nicht vor dem Schlafengehen hören: Mir haben die wummernden Beats in meiner Birne gestern ein paar Stunden Nachtruhe geraubt – das war’s allerdings wert.
Hypefaktor:Heads Will Roll rockt bereits das Netz, ein offizieller Release ist angekündigt. Hypealarm!
VÖ: 06.11.09 / Go 4 Music / Groove Attack. French House war gestern, Remix ist heute. Das hat auch Alex Gopher erkannt. Der Mit-Pionier des französischen Discosounds Mitte der 90er (Daft Punk, Modjo, etc.) kümmert sich seit einiger Zeit liebevoll um Songs der Nu-Rave-Zunft und peppt manchen Track von Elektro-Altmeistern auf. Das Namedropping kann sich sehen lassen: Ladyhawke, AutoKratz, Who Made Who, Fischerspooner, Benny Benassi, Kraftwerk. Sie alle tummeln sich auf der Doppel-CD My New Remixes, bei der Alex das Knarzen im Zaum und das Tempo stets im mittleren tanzbaren Bereich hält. Cleaner als Justice und Co., dafür auch um einiges grooviger. Nur die ganz großen Knalleffekte vermisse ich auf Albumlänge ein wenig.
Die anderen: hüllen sich bisher in Schweigen!
Hypefaktor: Der Sound ist angesagt; die Acts, denen sich Alex Gopher widmet sowieso. Hypepotenzial!