VÖ: bereits erhältlich / Ministry Of Sound / Warner. Jetzt also ist es soweit, mit Body Talk Pt. 1 steht das neue Album von Robyn in den Regalen, und die beste Nachricht gleich zu Beginn: Das Album ist das erste von drei, die alle noch dieses Jahr erscheinen sollen. Die schlechte Nachricht beschränkt sich dann darauf, dass es wohl eher EPs werden, wobei Part 1 immerhin 8 Songs beinhaltet. Und da sich unter denen keine wirklichen Durchhänger befinden, darf man getrost zugreifen. Songs wie Don’t Fucking Tell Me What To Do oder None Of Dem mit Röyksopp zeigen, dass die junge Schwedin nicht nur auf Schmuse(electro)popsongs steht, sondern auch mit Housebeats punkten kann. Dass Robyn aber auch ganz anders kann, zeigt das von Diplo produzierte Dancehall Queen, das ein weiteres Highlight des Albums ist. Der Rest ist solider bis genialer Electropop.
Die anderen:“Cyborgs kommen in deine Stammkneipe und geben dir einen Zungenkuss – und zum Schluss geht’s noch zu dem Einen nach Hause. (…) Und als Bonus: zwei Balladen, von denen eine toll und eine auf Schwedisch ist.” (intro.de)
Hypefaktor: Nachdem Robyn in England schon Nummer 1 war und mittlerweile schon mit Madonna getourt hat, kommt sie jetzt aber endgültig auch in Deutschland an. Watch Out!
Dass sie ihren zugegebenermaßen schon etwas in die Jahre gekommenen Gassenhauer Voll Der Hit nochmal toppen, kann niemand verlangen, und so lassen es Freakatronic aus Essen auch gleich etwas gemächlicher angehen. Mit ihrer aktuellen Single Bon Soir wenden sie sich nämlich dem Electropop zu und singen zudem noch auf französisch. Spätestens zu den Remixen kann man sich dann aber auf den Dancefloor wagen, und so wird es doch noch ein »guter Abend«. Meine Empfehlung hierfür ist die Version des französischen Produzenten Zingone.
Geschafft: Hinter uns liegt ein knallharter Februar mit gar nicht mal sooo witzigen „Gaudiwürmern“, kotzenden Clowns und Konfetti ballernden Spaßkanonen vor unserer Tür. Das zerrt an den Nerven und provoziert den Gegenschlag mit fetten Beats: Hier sind unsere Lieblinge des närrischen Monats – garantiert ohne „Hossa“ und farbige Huftiere.
VÖ: 25.01.10 / Made To Play. Immer häufiger (oder kommt es mir bloß so vor?) wird um einen guten Song ein Album gebastelt. Das ist zwar etwas zu hart bei diesem Longplayer von Riva Starr, aber dass der beste Track des Albums, eine der Singles (I Was Drunk), auch gleich das Album einleitet, ist schonmal verdächtig. Und dass gerade dieser mit einem Feature (in Bestform: Noze) aufwartet, macht die Sache nicht besser. Der Rest ist dann auch größtenteils monotoner House vom Fließband, mal mehr und mal weniger Balkan-inspiriert. Zu Riva Starrs Ehrenrettung stechen dann aber zum Glück noch ein paar Songs aus der Masse heraus: Allen voran Black Cat, White Cat und Once Upon A Time In Naples, der eine weiß mit fiepsigen, unerwarteten Sounds, das andere durch eine schöne Melodie zu bestechen. Achja: Dafür hat der Albumtitel aber schon einen ziemlich langen Bart…
Die beiden Kanadier Ash Ainsworth und Chris Sanakidis haben anscheinend schon im Sandkasten zusammen Mixtapes aufgenommen (wenn das mal gut ging bei all den Sandkörnern im Recorder), schließlich nennen Sie sich Tape Deck Bros. Und zu allem Überfluss haben sie wohl auch den ein oder anderen Zombiefilm zu viel gesehen. Auf Ihrer neuen Single The Dance Of The Dead kombinieren sie französische House-Einflüsse mit minimalistischen Vocals (“When the dead come to life, they will dance”) und rühren damit eine New-Rave-Melange an, die explosiver nicht sein könnte. Auf Dödselectro könnt ihr euch den Song sogar runterladen.
Zugegeben, nicht mehr der frischeste Track, mir ist aber Martin Solveigs Vorgängersingle One 2.3 Four noch gut im Gedächtnis. Und in ähnlichem Sound kommt auch Boys & Girls des französischen DJs daher. Ein äußerst hörenswertes Duett mit catchy Lyrics zu poppigen House-Beats, dabei aber immer ganz weit weg vom 0815-Ballermann-Vocal-House. Das Video dazu ist ebenfalls gelungen: Mit langen Kamerafahrten und schön in schwarz-weiß gehalten. Remixe gibt es natürlich auch: Unter anderem eines von Laidback Luke, und das ist alles andere als »laid back«…
Mittlerweile erregt der Engländer Theo Keating (meines Wissens nicht verwandt mit Ronan Keating) aka Touché aka die eine Hälfte von The Black Ghosts mehr Aufsehen als DJ und Remixer unter seinem Pseudonym Fake Blood als mit seinen anderen Identitäten. Zwar hat er mit den Geistern den veritablen Hit Anyway You Choose To Give It abgeliefert, präsenter ist er aber mit seinen unzähligen Remixen, jüngst u.a. für The Kills (Cheap and Cheerful), Hot Chip (Touch Too Much), Miike Snow (Animal), Calvin Harris (Ready For The Weekend) und Gossip (Love Long Distance). Dabei versteht er es fast immer und auf geradezu geniale Weise seinen Namen in den Song mit einzuflechten. Warum das noch niemand vor ihm durchgezogen hat?
Aber auch mit seinen Eigenproduktionen macht er von sich Reden: Nach Mars kommt jetzt die Fix Your Accent Mini-EP mit den Tracks I Think I Like It, The Dozens und dem Spaß-Titelsong. Allesamt funky House-Nummern der charmanteren Art. Auschecken!
VÖ: 20.11.09 / Kitsuné / Rough Trade. Bisher hat es das französische Label Kitsuné mal mehr, mal weniger gut geschafft, mit ihrer Werkschau zu beweisen, dass sie am Puls der Zeit sind. Mit der neuen, mittlerweile achten Auflage der Maison Compilation-Reihe rudert das Label wieder in trendsichere Gefilde. Und zwar mit einem transnationalen Rundumschlag an alten Bekannten und auch mit vielen neuen Gesichtern. Die Unterschiede zwischen Beiden verschwimmen von Anfang an ganz von alleine. Es ist einfach eine stimmige Auswahl, und dabei wird von Indie bis House auch auf sämtlichen Hochzeiten getanzt. Angefangen bei der Surf-Hommage Let’s Go Surfing der ganz sicher noch groß rauskommenden The Drums über das fantastische Star von Jolie Cherie bis hin zu Siriusmo‘s High Together. Hier stehen die kommenden Sternchen in den Startlöchern.
Die anderen:“Die Pariser Musik- und Fashionliebhaber hauen ihre achte Compilation raus. Und wie schon bei den sieben vorherigen Ausgaben ist ein gelungener und facettenreicher Mix entstanden.”(Raveline)
Hypefaktor: Diesmal haben es die Pariser Styler mal wieder geschafft: Neue wie alte Künstler wissen zu überzeugen, und über die einen oder anderen wird man noch viel sprechen – bis zur nächsten Kitsuné Maison Compilation.
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