Tag Archive for 'cd-kritik'

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OK Go: Of The Blue Colour Of The Sky

ok go _ album artworkVÖ: 19.02.10 / EMI. Da werden andere gelb vor Neid: OK Go’s Musikvideo zu ihrem Hit Here It Goes Again wurde bereits bei den Simpsons persifliert. Damit gehört der Clip, in dem sich die Band auf Laufbändern quält, zum amerikanischen Kulturschatz. Spaßige Filmchen sind allerdings nicht alles, was die Jungs drauf haben. Ihr drittes Album steckt voll fantastischer Melodien, Genremauern zerbersten in Schutt und Asche. Mal huldigt das Quartett mit groovy Gitarrenspiel dem Großmeister des Eros-Funk Prince, dann flüchtet es sich in verträumte Popballaden. Mit Needing / Getting servieren sie gar eine feine Country-Hook, bei der selbst ich als hartgesottener Westernmucke-Hasser zum Cowboyhut greife. Nur stellenweise macht sich ein klein wenig Öde breit – bei einigen Balladen.
bewertung_4

Die anderen: “Es ist wirklich nicht auszumachen, welche Richtung OK Go in näherer Zukunft einschlagen werden. Sie scheinen aber (…) auf dem besten Weg zur genrefreien Band zu sein.” (whitetapes.de)

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Groove Armada: Black Light

Groove Armada_CoverVÖ: 26.02.10 / Cooking Vinyl / Indigo. Eine feine Platte haben die Soundtüftler Andy Cato und Tom Findlay da aus dem Mischpult gezaubert: Black Light ist der eindrucksvolle Beweis, dass die Groove Armada gut 15 Jahre nach Gründung noch immer in Bewegung ist. Diesmal verlassen die Briten den knarzenden House- und Big-Beat-Dancefloor und kuscheln sich auf einen riesigen Klangteppich aus Synth-Pop. Der sorgt für wohlig-warmes Achtziger-Feeling, ohne auch nur einen Takt abgewetzt zu wirken. Bestes Beispiel dafür ist das emotionale I Won’t Kneel - Elektropop in Perfektion. Warsaw hingegen entpuppt sich als energiegeladener Riese, der kraftvoll und entschlossen nach vorne marschiert. Das Schritttempo ist dabei ziemlich low; wer so mächtig ist, kennt keine Eile. Auch ihr solltet reichlich Zeit für das Album einplanen: Black Light wächst mit jedem Hördurchgang. Hat mich schwer überzeugt …
bewertung_5

Die anderen: “Wenn du ein echter Groove-Armada-Fan bist, wirst du Black Light lieben oder hassen. Ich bezweifle, dass es etwas dazwischen geben wird.” (urb.com)

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Goldfrapp: Head First

goldfrapp_headfirstVÖ: 19.03.10 / Mute / EMI. Wo ein von Wolken überlagertes Frauengesicht drauf ist, ist Pop drin, soviel ist schon mal klar. Mit dieser Einstellung sollte man sich dem neuen Album Head First von Goldfrapp auch nähern, denn was anderes bekommt man nicht. Kristallklarer 80er-Jahre-Electropop vom Allerfeinsten. Wer drauf steht wird sich die Hände reiben, denn Vergleiche mit ABBA und der frühen (nicht der heutigen, beliebig zwischen R&B und House wandelnden) Madonna liegen nahe. Nur knapp über 30 Minuten, verteilt auf 9 Songs, von denen etliche den direkten Weg in den Gehörgang finden. Manchmal allerdings zu glatt oder schon fast langweilig, was die beiden Briten hier auftischen, aber zum Beispiel die Vorab-Single Rocket oder I Wanna Life bergen gehöriges Hitpotential, spätestens im Grum-Remix.
bewertung_2

Die anderen:Head First’s singalong hooks and day-glo synths stand in marked contrast to the unhurried, pastoral sounds of Goldfrapp’s previous album, 2008’s Seventh Tree(EW Music Mix)

hypefaktor_hochHypefaktor: Die 80er-Jahre-Retro-Welle ebbt zwar eigentlich schon ab, aber mit diesem Album erwischen Goldfrapp auch noch die resistentesten 80er-Hype-Verweigerer, bevor die 90er dann endgültig zuschlagen. Top-Ten-Alarm!

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Delphic: Acolyte

delphic_acolyteVÖ: 29.01.10 / Cooperative Music / Universal. Delphic kündigten mit ihren zwei Singles Counterpoint und This Momentary letztes Jahr schon etwas Großes an, seit Anfang Januar ist die dritte Single Doubt draußen, die den Vorgängern wieder in Nichts nachsteht, plus Remix-Irrsinn. Ende Januar kommt jetzt also der Longplayer Acolyte der drei Jungs aus der Musikstadt Manchester. Darauf mischen sie gekonnt Gitarrenmusik mit elektronischen Elementen. Nichts phänomenal Neues, muss aber auch nicht. Ein paar kleine Durchhänger, wenn es dann etwas sphärischer wird, aber verstecken müssen sich Delphic mit ihrem Debüt nicht. Selbstbewusst treten sie in die Fußstapfen der großen Bands aus Manchester wie Joy Division oder New Order. Und wer sich auf der Band-Homepage registriert, bekommt 4 Songs geschenkt.
bewertung_3

Die anderen:Acolyte ist zu saftlos für den Rave, aber auch zu hibbelig für den Chillout danach. Nichts Halbes und nichts Ganzes.” (plattentests.de)

hypefaktor_hochHypefaktor: Müsste eigentlich der neue Scheiß werden, die nächste Single ist mit Halcyon schon im Anschlag, und bei denen lagen Delphic bisher ja goldrichtig. Und selbst die langatmigeren Album-Tracks (hier auch öfter mal jenseits der 5 Minuten) sind ja spätestens seit The XX absolut en vogue.

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Hot Chip: One Life Stand

hot_chip_coverVÖ: 29.01.10 / EMI. Mit einer heißen Clubnacht geben sich Hot Chip längst nicht mehr zufrieden. Die Jungs wollen nicht mehr und nicht weniger als den One Life Stand. Da genügt es nicht, einfach zacki-zacki ein paar Beats raus zu hauen, da ist Romantik gefragt. Das wissen die Londoner und präsentieren sich auf ihrem vierten Album ziemlich soulig und weniger verquer. Den richtigen Ton trifft dabei stets Alexis Taylor, der selbst das gospelhafte Slush nicht zur Peinlichkeit verkommen lässt. Für Tanzwütige empfehle ich allerdings I Feel Better, Thieves In The Night oder We Have Love in bester Achtziger-Disco-Manier – mit jeder Menge Remix-Potenzial.
bewertung_4

Die anderen:… haben wieder eine ganze Handvoll reinrassiger Hot-Chip-Tanzwüter im Gepäck, die einen vehement von der Theke ins Getümmel unter der Diskokugel zerren. Eine Band für Singles eben.(auftouren.de)

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Riva Starr: If Life Gives You Lemons, Make Lemonade

riva_starr_if_life_gives_you_lemonsVÖ: 25.01.10 / Made To Play. Immer häufiger (oder kommt es mir bloß so vor?) wird um einen guten Song ein Album gebastelt. Das ist zwar etwas zu hart bei diesem Longplayer von Riva Starr, aber dass der beste Track des Albums, eine der Singles (I Was Drunk), auch gleich das Album einleitet, ist schonmal verdächtig. Und dass gerade dieser mit einem Feature (in Bestform: Noze) aufwartet, macht die Sache nicht besser. Der Rest ist dann auch größtenteils monotoner House vom Fließband, mal mehr und mal weniger Balkan-inspiriert. Zu Riva Starrs Ehrenrettung stechen dann aber zum Glück noch ein paar Songs aus der Masse heraus: Allen voran Black Cat, White Cat und Once Upon A Time In Naples, der eine weiß mit fiepsigen, unerwarteten Sounds, das andere durch eine schöne Melodie zu bestechen. Achja: Dafür hat der Albumtitel aber schon einen ziemlich langen Bart…
bewertung_2

Die anderen: “Quality Quality stuff…” (weareblahblahblah.com)

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Everclear: In A Different Light

everclear_in_a_different_lightVÖ: erhältlich / Proper Records / Rough Trade. Die härtesten Grunger werden ruhiger, wenn es auf die Rente zugeht. Art Alexakis bildet da keine Ausnahme. Mit seinen 47 Jahren kleidet der geniale Songwriter die besten Werke seiner in den Neunzigern gefeierten Combo Everclear in ein relaxtes Soundgewand. Im Mittelpunkt stehen nun Akustik-Klampfen und Keyboard-Klänge statt Stromgitarren. Wer allerdings müden Kuschelrock befürchtet, darf aufatmen: Die Neuinterpretationen haben genug Energie, um für Ärger mit den lärmempfindlichen Nachbarn zu sorgen. Den riskieren wir gerne, zumal uns die fünf Musiker dafür mit fantastischen Melodien entschädigen, die sich wie warme Sonnenstrahlen im ganzen Körper ausbreiten. Zurück bleibt jede Menge Lebensfreude und die Erkenntnis, dass Grunge selten so fröhlich klang.
bewertung_4

Die anderen: “Zum ersten Mal seit Jahren interessiert mich wirklich, was Everclear wohl als nächstes tun werden.” (Mediametric.wordpress.com)

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Blockhead: The Music Scene

Blockhead-The-Music-SceneVÖ: 15.01.10 / Ninja Tune / Rough Trade. Nicht alle Rapper ziehen eine Furcht einflößende Gangster-Fresse. Im Gesicht von Blockhead, bürgerlich Anthony Simon, macht sich meist ein Lächeln breit. Muss so sein, schließlich gehört der New Yorker zur Hiphop-Comedy-Gang Party Fun Action. Keinen Spaß versteht der Mann allerdings, wenn es um die Komplexität seiner Instrumental-Songs geht: Anspruchsvolle Soundgeflechte aus unterschiedlichen Beats, atmosphärisch und experimentell. Blockhead schreckt selbst vor Flötensoli und Sitar-Klängen nicht zurück, und serviert eine smoothe, häufig psychedelisch anmutende Downtempo-Rille. An Seele fehlt es The Music Scene zweifelsohne nicht. Trotzdem plätschern die zwölf Songs zwischen DJ Shadow und RJD2 wie die Musik im Fahrstuhl irgendwie an mir vorbei. Vielleicht vermisse ich doch ein paar kriminelle Rhymes …
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Die anderen: “Blockhead weiß, was er gut kann und steckt all das in The Music Scene.” (Potholeisinmyblog.com)

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