VÖ: 10.09.2010 / Ministry Of Sound / Warner. Versprochen ist versprochen, deshalb gibt es im September (pünktlich zu ihrem Auftritt auf dem Berlin Festival) Body Talk Pt. 2, schließlich ist nicht mehr viel Zeit bis Weihnachten, und der dritte Teil muss ja auch noch raus in dem Jahr. Auch Part 2 wartet wieder mit 8 Songs auf, darunter wieder eine Acoustic Version und jetzt der »echte« Mix von Hang With Me, dem Akustik-Stück des letzten Teils. Und auch diesmal gibt es keine wirklich nennenswerten Fehlschüsse. Im Gegenteil, das lang erwartete U Should Know Better mit Gaststar Snoop Dogg oder die neue Single Hang With Me (s.o.) beweisen, dass Robyn hier nicht mit Talent geizt. Ansonsten zeigt die junge Schwedin auf dem zweiten Mini-Album öfter auch ihr Faible für treibende Wiederholungen (We Dance To The Beat, Criminal Intent). Alles in Allem eine überaus gelungene Fortsetzung.
Die anderen:“Aus diesen drei Halbjahrs-EPs hätte man sogar sechs für zwei Jahre stricken können. Alles irre, aber eben auch irre gut.” (intro.de)
Hypefaktor: Nachdem ich es schon für das letzte Album prophezeit habe, jetzt aber wirklich! Viel poppiger geht nicht, Snoop Dogg tut das übrige und allerspätestens mit Body Talk Part 3 kommt der Durchbruch dann aber sowas von!
VÖ: bereits erhältlich / Ministry Of Sound / Warner. Jetzt also ist es soweit, mit Body Talk Pt. 1 steht das neue Album von Robyn in den Regalen, und die beste Nachricht gleich zu Beginn: Das Album ist das erste von drei, die alle noch dieses Jahr erscheinen sollen. Die schlechte Nachricht beschränkt sich dann darauf, dass es wohl eher EPs werden, wobei Part 1 immerhin 8 Songs beinhaltet. Und da sich unter denen keine wirklichen Durchhänger befinden, darf man getrost zugreifen. Songs wie Don’t Fucking Tell Me What To Do oder None Of Dem mit Röyksopp zeigen, dass die junge Schwedin nicht nur auf Schmuse(electro)popsongs steht, sondern auch mit Housebeats punkten kann. Dass Robyn aber auch ganz anders kann, zeigt das von Diplo produzierte Dancehall Queen, das ein weiteres Highlight des Albums ist. Der Rest ist solider bis genialer Electropop.
Die anderen:“Cyborgs kommen in deine Stammkneipe und geben dir einen Zungenkuss – und zum Schluss geht’s noch zu dem Einen nach Hause. (…) Und als Bonus: zwei Balladen, von denen eine toll und eine auf Schwedisch ist.” (intro.de)
Hypefaktor: Nachdem Robyn in England schon Nummer 1 war und mittlerweile schon mit Madonna getourt hat, kommt sie jetzt aber endgültig auch in Deutschland an. Watch Out!
VÖ: 07.05.10 / Warner Music International.Foals haben sich 2008 mit ihrem Debüt-Longplayer Antidotes erst in unsere Ohren und dann in unsere Herzen gespielt. Davon ist 2010 auf Total Life Forever leider nicht viel übrig. Es ist kein schlechtes Album, aber es wirkt weitaus weniger energiegeladen und keineswegs so eingängig wie der Vorgänger. Lediglich This Orient spielt fast noch in der Liga ihrer alten Hits wie Hummer oder Cassius. Der Rest ist ein ziemlich ruhiges Indie-Album geworden, wer also die alten Foals erwartet hat, wird arg enttäuscht sein. Wenn man die Band bisher allerdings nicht kannte und auf relaxte, poppige Indiesongs steht, kann man dem Album wahrscheinlich etwas abgewinnen. Mir erschließt sich das leider auch nach erneutem Hören überhaupt nicht, wohl ein typischer Fall von zweitem Album. Die Presse feiert es trotzdem, warum auch immer.
Die anderen:“Auf Total Life Forever nun haben sie dem Pop ganz klar noch einem Schub nach vorne gegeben.” (intro.de)
Na endlich: Am 4. Juni veröffentlichen die Chemical Brothers ihr inzwischen siebtes Album Further. Wir zählen zum Kreis der Erlauchten und konnten die acht Tracks der Platte via Stream bereits Probe hören – dürfen aber nach Unterzeichnung eines zweiseitigen Vertrags noch keine Review publizieren. Schade eigentlich. Nichtsdestotrotz will ich an dieser Stelle mit drei harten Fakten nicht hinterm Berg halten, die euch zumindest einen ersten Eindruck vom neuen Longplayer der Briten vermitteln:
1. Das Teil klingt wie ein Raumschiff, das jeden Augenblick abhebt.
2. Zu jedem Song ließ das dynamische Duo ein cooles Video drehen.
3. Für den Dancefloor ist Further nur stellenweise tauglich.
Eine ausführliche Kritik gibt’s dann pünktlich zum Erscheinungstermin.
VÖ: 09.04.10 / Columbia / Sony. Mit ihrem Debüt surften MGMT vor drei Jahren auf einer riesigen Erfolgswelle direkt in die Bestenlisten der Musikkritiker und Fans. Jetzt erscheint die richtungsweisende zweite Platte mit dem obersten Gebot: Nur keinen Bauchklatscher hinlegen. Den vermeiden die Brooklyner gekonnt und verlassen zudem noch ihr gewohntes Fahrwasser: Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser entdecken die Surfgitarre und servieren psychedelische Pop-Perlen zwischen Beach Boys und frühem Bowie. Während Brian Eno als lässige Lo-Fi-Garagennummer durchgeht, reist das epische Siberian Breaks in satten zwölf Minuten von den späten Sechzigern in die synthielastigen Achtziger. Weniger Hype als beim Erstling, aber durchaus gute Haltungsnoten für das Duo.
Die anderen:“Man kommt nicht umhin, den Wagemut von MGMT anzuerkennen, so offensichtlich gegen den Strich zu bürsten.”(Ohfancy.de)
VÖ: 09.04.10 / Yo Mama / Sony BMG. Zwar punktet das neue Album von Dendemann mit live eingespielten, rockigen »Beats« und Dende ist auch 2010 reimtechnisch immer noch auf der Höhe, aber die (seit Freitag auch offiziell erhältliche) Single Stumpf Ist Trumpf 3.0 hat die Messlatte einfach zu hoch gelegt, denn keiner der dreizehn Tracks kommt auch nur annähernd an den vorab ausgekoppelten Hit ran. Ein durchwachsenes Album mit wenigen Highlights also, heraus stechen einzig der durchgängige Sprachwitz und vielleicht noch die Tracks Und Wenn Ja, Warum? oder 0 Robota. Für Fans auf jeden Fall empfehlenswert, die Masse begnügt sich einfach mit der Single und dem zugehörigen Video, dessen »A-Team meets MacGyver«-Style einfach nur grandios ist.
Die anderen: Haben bisher außer der offiziellen Pressemeldung nichts zu melden.
VÖ: 19.03.10 / Audiolith / Broken Silence.Bratze sind zurück und machen da weiter, wo sie mit dem 2007er Album Kraft (schon wieder 3 Jahre her, hätte ich jetzt nicht gedacht) aufgehört haben. Und dass es in der symbiotischen Zusammenarbeit zwischen dem Elektro-Soundtüftler Der Tante Renate und dem Indie-Chanteur Clickclickdecker noch Luft nach oben gab, zeigt jetzt der neue Longplayer Korrektur Nach Unten Und Die Notwendigkeit Einer Übersetzung. Hier treffen intelligente Texte auf fette Beats, und das geht in Zeiten von Electro-Schlagersongs und »Dingalingaling«-Texten runter wie Öl. Und nimmt den lauter werdenden Stimmen der Audiolith-Kritiker selbiges aus dem Feuer (oder so ähnlich). Es geht eben auch intellektuell beim Hamburger Party-Label. Nicht ohne Abfeiern, aber wenigstens mit Stil. Das zeigt auch das selbstironische Low-Budget-Video zur Single mit dem wunderbaren Titel Ohne Das Ist Es Nur Noch Laut.
VÖ: 06.04.10 / Priority / EMI. Als Sido am Prenzlauer Berg mit seinen kleinen Kinderhändchen noch an seiner Totenkopfmaske gehäkelt hat, hatten Cypress Hill bereits der gesamten Westcoast das Fürchten gelehrt. In den letzten Jahren war es allerdings merkwürdig ruhig um die Jungs geworden. Kein Wunder: 36 Monate hatte sich die Latino-Crew im Studio verschanzt, um am neuen Album zu werkeln. Jetzt erscheint Rise Up und macht jede Menge Bock. Ohne musikalische Scheuklappen samplen sich die Hillers durch die Genres, grooven auf K.U.S.H., reimen als Trouble Seeker auf einem fetten Gitarrenriff und locken Armed And Dangerous so manche Soul-Lady auf ihren Zypressenhügel. Einen Exkurs in die gute alte Zeit des Crossovers gibt es mit dem Titeltrack obendrauf – unter fachkundiger Reiseleitung von RATM-Gitarrist Tom Morello.
Die anderen:“Daher bin ich überglücklich, mein erstes Signing mit Cypress Hill bekannt zu geben. Cypress Hill ist unumstritten eine der bedeutendsten HipHop-Bands in der Musikgeschichte.”(Label-Chef Snoop Dogg bei raplounge.de)
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