Archive for the 'Reviews' Category

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Riva Starr: If Life Gives You Lemons, Make Lemonade

riva_starr_if_life_gives_you_lemonsVÖ: 25.01.10 / Made To Play. Immer häufiger (oder kommt es mir bloß so vor?) wird um einen guten Song ein Album gebastelt. Das ist zwar etwas zu hart bei diesem Longplayer von Riva Starr, aber dass der beste Track des Albums, eine der Singles (I Was Drunk), auch gleich das Album einleitet, ist schonmal verdächtig. Und dass gerade dieser mit einem Feature (in Bestform: Noze) aufwartet, macht die Sache nicht besser. Der Rest ist dann auch größtenteils monotoner House vom Fließband, mal mehr und mal weniger Balkan-inspiriert. Zu Riva Starrs Ehrenrettung stechen dann aber zum Glück noch ein paar Songs aus der Masse heraus: Allen voran Black Cat, White Cat und Once Upon A Time In Naples, der eine weiß mit fiepsigen, unerwarteten Sounds, das andere durch eine schöne Melodie zu bestechen. Achja: Dafür hat der Albumtitel aber schon einen ziemlich langen Bart…
bewertung_2

Die anderen: “Quality Quality stuff…” (weareblahblahblah.com)

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Everclear: In A Different Light

everclear_in_a_different_lightVÖ: erhältlich / Proper Records / Rough Trade. Die härtesten Grunger werden ruhiger, wenn es auf die Rente zugeht. Art Alexakis bildet da keine Ausnahme. Mit seinen 47 Jahren kleidet der geniale Songwriter die besten Werke seiner in den Neunzigern gefeierten Combo Everclear in ein relaxtes Soundgewand. Im Mittelpunkt stehen nun Akustik-Klampfen und Keyboard-Klänge statt Stromgitarren. Wer allerdings müden Kuschelrock befürchtet, darf aufatmen: Die Neuinterpretationen haben genug Energie, um für Ärger mit den lärmempfindlichen Nachbarn zu sorgen. Den riskieren wir gerne, zumal uns die fünf Musiker dafür mit fantastischen Melodien entschädigen, die sich wie warme Sonnenstrahlen im ganzen Körper ausbreiten. Zurück bleibt jede Menge Lebensfreude und die Erkenntnis, dass Grunge selten so fröhlich klang.
bewertung_4

Die anderen: “Zum ersten Mal seit Jahren interessiert mich wirklich, was Everclear wohl als nächstes tun werden.” (Mediametric.wordpress.com)

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The Bravery: Stir The Blood

the_bravery_stir_the_bloodVÖ: erhältlich / Island / Universal. Für ihr selbst betiteltes Debüt ernteten The Bravery 2005 jede Menge Lorbeeren in der Musikpresse. Spätestens beim lahmen zweiten Album The Sun And The Moon war vom Hype um die New Yorker Postpunks nicht viel geblieben. Jetzt will die Combo an alte Zeiten anknüpfen und belebt auf Stir The Blood ihre Liebe zu Synthesizern und Drum-Computern. Das klingt bisweilen mächtig nach The Cure, zieht mit seinen rockigen Melodien und griffigen Hooks allerdings nicht so ein finsteres Gesicht. Stattdessen überstrahlen The Bravery die Discokugel über dem Dancefloor: I Have Seen The Future erinnert an die ewig tanzbare Jugendsünde Tainted Love. Leider ruinieren sich die einstigen Kritikerlieblinge mit einigen stinklangweiligen Balladen (Sugarpill) das große Comeback.
bewertung_3

Die anderen: “Es bleibt damit eine Platte, die klar über dem derzeitigen Durchschnitt gesehen werden darf, doch den eigenen Ambitionen müssen The Bravery auch im Jahr 2009 Ihren Tribut zollen.” (Ohfancy.de)

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Aura Dione: Columbine

aura dione albumcoverVÖ: 27.11.09 / Island / Universal. Rechtzeitig zur Vorweihnachtszeit schmeißt Aura Dione ihr Erstlingswerk auf den Markt, ein anderer Zeitpunkt hätte auch wenig Sinn gemacht. Denn die mal mehr (Something From Nothing), mal weniger (Picture Of The Moon) eingängigen Songs der Songwriterin aus Dänemark tröpfeln oft dermaßen langsam vor sich hin, dass man sie wohl nur im Advent ertragen kann. Die etwas schnelleren Lieder (z.B. Stay The Same) haben dann zum Glück durch die hörenswerte Stimme und die schönen Melodien noch einen gewissen Mehrwert. An die Single I Will Love You Monday kommt aber keines der 11 anderen Lieder mehr ran. Was bleibt, ist zuckersüß verpackter Pop, der einem wohl spätestens nach Weihnachten schwer im Magen liegen wird.
bewertung_2

Die anderen: “Spielzeug-Klavier, Streicher, Glockenspiel, Flöte, Bläser oder Banjo – die junge Dänin beweist einen Hang zu sonderbarer Instrumentierung. Sonderbar bedeutet dabei nicht immer gleich schlecht.” (laut.de)

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Blockhead: The Music Scene

Blockhead-The-Music-SceneVÖ: 15.01.10 / Ninja Tune / Rough Trade. Nicht alle Rapper ziehen eine Furcht einflößende Gangster-Fresse. Im Gesicht von Blockhead, bürgerlich Anthony Simon, macht sich meist ein Lächeln breit. Muss so sein, schließlich gehört der New Yorker zur Hiphop-Comedy-Gang Party Fun Action. Keinen Spaß versteht der Mann allerdings, wenn es um die Komplexität seiner Instrumental-Songs geht: Anspruchsvolle Soundgeflechte aus unterschiedlichen Beats, atmosphärisch und experimentell. Blockhead schreckt selbst vor Flötensoli und Sitar-Klängen nicht zurück, und serviert eine smoothe, häufig psychedelisch anmutende Downtempo-Rille. An Seele fehlt es The Music Scene zweifelsohne nicht. Trotzdem plätschern die zwölf Songs zwischen DJ Shadow und RJD2 wie die Musik im Fahrstuhl irgendwie an mir vorbei. Vielleicht vermisse ich doch ein paar kriminelle Rhymes …
bewertung_3

Die anderen: “Blockhead weiß, was er gut kann und steckt all das in The Music Scene.” (Potholeisinmyblog.com)

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Genepool: Lauf!Lauf!

genepool_lauf_laufVÖ: 29.01.10 / Rookie Records / Cargo. Lauf!Lauf! fordern Genepool und liefern mit ihrer neuen Scheibe gleich den passenden Soundtrack zu einem flinken Spurt. Gingen die Kölner in der Vergangenheit noch glatt als Misfits-Coverband durch, erweitern sie ihren Sound nun um einige feine Chromosomen aus dem Genschatz des New Wave: Hier ein Hautfetzen Devo, dort ein Äderchen Wire oder Gang Of Four. Die so entstandene Klang-Kreatur hört auf den Namen Wave-Punk und präsentiert sich hymnisch und eingängig. Für die nötige Abwechslung sorgen Bläsereinsätze bei She-Bot oder ein zackiger Up-Beat bei The Maggots. Nur um dann die genetische Ähnlichkeit zu den eingangs erwähnten Horrorpunks doch wieder durch blitzen zu lassen, etwa beim treibenden Solar Life. Gefällt mir.
bewertung_4

Die anderen: bisher nix zu lesen.

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Them Crooked Vultures: Them Crooked Vultures

them_crooked_vulturesVÖ: 13.11.09 / Sony. Ein Album für die alternative Menschheit, drei kredible Rockstars, sie alle zu knechten: John Paul Jones (Led Zeppelin), Dave Grohl (Foo Fighters) und Josh Homme (Queens Of The Stone Age) formieren sich zu einer Rock-Supergroup und blasen ohne Rücksicht auf Hörverluste einen schrägen Rocksong nach dem anderen aus den Speakers. Dabei bleiben die Nummern immer hart an der hörbaren Grenze: Einerseits verspielt und einigermaßen eingängig, dann aber sofort wieder von Breaks und Queens of the Stone Age-artigen Verquereleien durchzogen. Das Motto „skilled music for skilled listeners“ ist allseits präsent. Wer dem Album Zeit gibt, sich zu entwickeln, wird mit einem herausragenden Alternative-Rock-Erlebnis belohnt. Alle anderen werden viele Fragezeichen über dem Kopf haben. Normal ist anders. Gut so!
bewertung_5

Die anderen: “Es ist also kein, wie angepriesen, Album für die breite Masse, sondern eher für den fortgeschrittenen Rock-Hörer angelegt, und auch der wird einige Durchläufe brauchen, bis er das Schätzchen zu würdigen weiss. Wer sich so angesprochen fühlt, sollte sich unbedingt ranwagen.” (triggerfish.de)

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Juri Gagarin: Cobra

juri_gagarin_cobraVÖ: 27.11.09 / Audiolith. Audiolith, die Zweite: Nach Supershirt kommen demnächst Juri Gagarin mit neuem Album um den Mond. Dazu holten sie sich kurzerhand die Sängerin Flicke mit ins Boot (schon gehört auf Supermarkt und zuletzt auf Give Or Take), und das tut dem Duo verdammt gut. Nicht dass sie ohne female Vocals schlecht gewesen wären, aber sie hebt die beiden auf das nächste Level. So nähern sich Juri Gagarin vorsichtig dem Pop, ohne dabei dem Technopunk die kalte Schulter zu zeigen, denn die typischen Beats sind geblieben. Und spätestens bei Take Over mit Bratze hält einen nichts mehr auf dem Sofa. Diese Platte ist pure Energie und selbst ohne Gesang (auf Buran) wird gerockt als gäbe es kein Morgen. Einen kostenlosen Remix der Vorab-Single Wet Dreams gibt es unten, auch als Download.
bewertung_5

Die anderen: “Schwielige Arbeiterhände brannten sie auf reflektierende Scheiben: 12 Track die schnell sind und kicken in guter alter bratziger Technomanier!” (subculture)

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Juri Gagarin – Wet Dreams (Elvis Creep Remix) by Audiolith