Keine vier Wochen mehr, dann steht der lang ersehnte Nachfolger des gefeierten MGMT-Debüts in den Läden. Nachdem Oracular Spectacular vor gut zwei Jahren für jede Menge Wirbel und leuchtende Augen in den Musikredaktionen gesorgt hat, beglückwünschen uns die Neo-Hippies nun mit Congratulations. Wir haben das Teil schon gehört, dürfen allerdings laut Sony vor April nicht allzu viel verraten. Nur eines: MGMT haben ihre Liebe zum Surfen entdeckt. Einen ganz guten Beleg dafür liefert die erste Single Flash Delirium, die ihr hier für umme, lau, kostenlos, völlig gratis und brutalst legal downloaden könnt. Auf geht’s!
Young Punx? Da war doch was … Ach ja, das Debüt des Briten Hal Ritson samt Kumpanen vor eineinhalb Jahren hatte mich ganz ordentlich durchgeschüttelt – was sicher am fetten Mix aus Drum & Bass, Big Beat und eingängigen Vocal-Hooks lag. Diesem Stil bleibt der Londoner Klangbastler treu und darf damit weiterhin auf namhafte Fans wie Norman Cook aka Fatboy Slim zählen. Zur Anhängerschar zählt offenbar auch der italienische Producer Phonat, der Ready For The Fight in einen flotten Punkstep-Mix gehüllt hat. Ziemlich viel Mash für 3:45 Minuten.
Während Jürgen Drews seinem Königreich Mallorca ein Liedchen trällert, huldigt Afrojack seinem persönlichen Lieblings-Eiland Ibiza. Genauer: dem ältesten Club der Insel. Wie es klingt, wenn das gesamte Pacha auf Acid ist, offenbart der vielsagende Track Pacha On Acid – nomen est omen. Okay, besonders viel Abwechslung zaubert der Holländer dabei nicht aus dem Hut, dafür brennt sich die Hook hart an der Grenze zum Minimal sauber in die Gehörgänge ein. Trotzdem eher was zum Runterkommen …
Vom Rauswerfer zum Einheizer: Lorin Ashton, besser bekannt als Bassnectar, hat sich den Pixies-Klassiker Where Is My Mind gekrallt und ein wahres Monster der Tiefe(n) daraus geschaffen. Wenig vermunderlich, dass die mächtige Kreatur auf einer fetten Bassline und hämmernden Midtempo-Beats marschiert – das konnte der kalifornische Soundschneider schon immer am besten. DJs, die das Original bisher als letztes Stück und ultimativen Abschiedssong in ihrer Setlist hatten, dürfen den Remix gern zur gut betanzten Prime-Time auflegen.
Übrigens: Das neue Mixtape von Bassnectar for free gibt’s hier.
Geschafft: Hinter uns liegt ein knallharter Februar mit gar nicht mal sooo witzigen „Gaudiwürmern“, kotzenden Clowns und Konfetti ballernden Spaßkanonen vor unserer Tür. Das zerrt an den Nerven und provoziert den Gegenschlag mit fetten Beats: Hier sind unsere Lieblinge des närrischen Monats – garantiert ohne „Hossa“ und farbige Huftiere.
VÖ: 06.04.10 / Priority / EMI. Als Sido am Prenzlauer Berg mit seinen kleinen Kinderhändchen noch an seiner Totenkopfmaske gehäkelt hat, hatten Cypress Hill bereits der gesamten Westcoast das Fürchten gelehrt. In den letzten Jahren war es allerdings merkwürdig ruhig um die Jungs geworden. Kein Wunder: 36 Monate hatte sich die Latino-Crew im Studio verschanzt, um am neuen Album zu werkeln. Jetzt erscheint Rise Up und macht jede Menge Bock. Ohne musikalische Scheuklappen samplen sich die Hillers durch die Genres, grooven auf K.U.S.H., reimen als Trouble Seeker auf einem fetten Gitarrenriff und locken Armed And Dangerous so manche Soul-Lady auf ihren Zypressenhügel. Einen Exkurs in die gute alte Zeit des Crossovers gibt es mit dem Titeltrack obendrauf – unter fachkundiger Reiseleitung von RATM-Gitarrist Tom Morello.
Die anderen:“Daher bin ich überglücklich, mein erstes Signing mit Cypress Hill bekannt zu geben. Cypress Hill ist unumstritten eine der bedeutendsten HipHop-Bands in der Musikgeschichte.”(Label-Chef Snoop Dogg bei raplounge.de)
Wie feinfühlig können Jungs sein, die sich The Bloody Beetroots nennen? Eben. Insofern verwundert die Schlachtplatte wenig, die die beiden Italiener aus Étienne de CrécysWelcome gemetzgert haben. Ein Intro wie der letzte Probealarm in der siebten Klasse, schneidende Laser-Sounds und bashende Verzerrung, die euch das Fürchten lehrt. Zwischendurch gönnt uns das Duo ein paar klassisch anmutende Verschnaufpausen, die sogar den Kitsch-Königen der Rondo-Veneziano-Gang schmecken könnten. Macht mächtig Alarm das Teil!
VÖ: 19.02.10 / EMI. Da werden andere gelb vor Neid: OK Go’s Musikvideo zu ihrem Hit Here It Goes Again wurde bereits bei den Simpsons persifliert. Damit gehört der Clip, in dem sich die Band auf Laufbändern quält, zum amerikanischen Kulturschatz. Spaßige Filmchen sind allerdings nicht alles, was die Jungs drauf haben. Ihr drittes Album steckt voll fantastischer Melodien, Genremauern zerbersten in Schutt und Asche. Mal huldigt das Quartett mit groovy Gitarrenspiel dem Großmeister des Eros-Funk Prince, dann flüchtet es sich in verträumte Popballaden. Mit Needing / Getting servieren sie gar eine feine Country-Hook, bei der selbst ich als hartgesottener Westernmucke-Hasser zum Cowboyhut greife. Nur stellenweise macht sich ein klein wenig Öde breit – bei einigen Balladen.
Die anderen:“Es ist wirklich nicht auszumachen, welche Richtung OK Go in näherer Zukunft einschlagen werden. Sie scheinen aber (…) auf dem besten Weg zur genrefreien Band zu sein.”(whitetapes.de)
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