Monthly Archive for February, 2010

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Cypress Hill: Rise Up

cypress_hill_coverVÖ: 06.04.10 / Priority / EMI. Als Sido am Prenzlauer Berg mit seinen kleinen Kinderhändchen noch an seiner Totenkopfmaske gehäkelt hat, hatten Cypress Hill bereits der gesamten Westcoast das Fürchten gelehrt. In den letzten Jahren war es allerdings merkwürdig ruhig um die Jungs geworden. Kein Wunder: 36 Monate hatte sich die Latino-Crew im Studio verschanzt, um am neuen Album zu werkeln. Jetzt erscheint Rise Up und macht jede Menge Bock. Ohne musikalische Scheuklappen samplen sich die Hillers durch die Genres, grooven auf K.U.S.H., reimen als Trouble Seeker auf einem fetten Gitarrenriff und locken Armed And Dangerous so manche Soul-Lady auf ihren Zypressenhügel. Einen Exkurs in die gute alte Zeit des Crossovers gibt es mit dem Titeltrack obendrauf – unter fachkundiger Reiseleitung von RATM-Gitarrist Tom Morello.
bewertung_4

Die anderen: “Daher bin ich überglücklich, mein erstes Signing mit Cypress Hill bekannt zu geben. Cypress Hill ist unumstritten eine der bedeutendsten HipHop-Bands in der Musikgeschichte.” (Label-Chef Snoop Dogg bei raplounge.de)

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Two Door Cinema Club: Tourist History

TwoDoorCinemaClub_TouristHistoryVÖ: 05.03.10 / Cooperative Music / Universal. Als ich im November über die Single I Can Talk berichtet habe, hatte ich mir in etwa dieses Album dazu vorgestellt. Also haben die Jungs vom Two Door Cinema Club so ziemlich alles richtig gemacht. Gerade die Tracks Do You Want It All? und Undercover Martyn stehen der ersten Single in nichts nach, und auch ansonsten hat das Album einiges zu bieten. Die drei Iren verstehen es nämlich gekonnt, Einflüsse aus Indie, Elektronik und Afrobeat zu mischen (Ein Vergleich mit Foals liegt nahe), und so ergibt sich aus dem Ganzen mehr als die berühmte Summe der einzelnen Teile. Ein durchwegs gelungenes Album also, einziger Wehrmutstropfen: Die Spieldauer von einer guten halben Stunde lässt schon zu wünschen übrig.
bewertung_5

Die anderen: “Auch die letzen drei Tracks des Albums können das Niveau halten, was zur erfreulichen Bilanz führt, dass sich auf Tourist History kein einziger schlechter Song findet.” (Musiktip)

hypefaktor_hochHypefaktor: Ohne mich dabei weit aus dem Fenster zu lehnen, das ist schon mal der erste Anwärter auf das (Hype-)Album des Jahres. Und das auch wirklich verdient. Punkt.

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Und weils gar so schön ist, gibt es gleich noch einen zweiten Song obendrauf (bzw. untendrunter):

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Die Sterne: 24/7

diesterne247VÖ: 26.02.10 / Materie Records / Rough Trade. Dass Die Sterne keinen klassischen Indie-Pop Hamburger Schule mehr machen, haben wir letztes Jahr mit ihrer EP Der Riss mitbekommen. Den dort eingeschlagenen Weg hin zu elektronischen Klanggewändern gehen die drei Hamburger jetzt mit 24/7 auch auf Albumlänge weiter. Der Produzent und DJ Mathias Modica aka Munk versorgt sie dabei mit den eigentlich Sterne-untypischen treibenden elektronischen Beats. Und diese Symbiose kann sich sehen bzw. hören lassen: Entstanden ist ein sehr tanzbares und dabei ziemlich lässiges Disco-Album mit intelligenten deutschen Texten, das wir in dieser Art viel zu selten in den Player schieben dürfen, einzig Bratze fallen mir da als Referenz noch ein, aber die sind noch eine Schippe härter unterwegs.
bewertung_4

Die anderen: “So dominiert auf 24/7 der Beat, die eingängigen Melodien liefern Synthesizer und Klavier, was die Musik vielschichtiger macht, als die der früheren Alben.” (laxmag.de)

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Étienne de Crécy: Welcome (The Bloody Beetroots Remix)

bloody_beetroots

Wie feinfühlig können Jungs sein, die sich The Bloody Beetroots nennen? Eben. Insofern verwundert die Schlachtplatte wenig, die die beiden Italiener aus Étienne de Crécys Welcome gemetzgert haben. Ein Intro wie der letzte Probealarm in der siebten Klasse, schneidende Laser-Sounds und bashende Verzerrung, die euch das Fürchten lehrt. Zwischendurch gönnt uns das Duo ein paar klassisch anmutende Verschnaufpausen, die sogar den Kitsch-Königen der Rondo-Veneziano-Gang schmecken könnten. Macht mächtig Alarm das Teil!

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Live

YLHCSD: Live in Deutschland

ylhcsd_angst

You Love Her Coz She’s Dead fallen im März mit einigen wenigen Konzerten über das Festland her, und ich bin gespannt, wie sie ihre energetischen Songs live umsetzen. Los gehts am 13.03. mit einem Gig in Würzburg, bei dem ich die Ehre habe als DJ vor und vor allem nach dem Konzert auflegen zu dürfen. Den aktuellen Hit Young Tender Hearts Beat Fast haben wir ja schon gefeatured, deswegen gibts unten das Video zu Dead End von der Inner City Angst EP als kleinen Vorgeschmack.

Tourdaten im März:
13.03.10 / Pleicher Hof / »I Am Disco Rocker« / Würzburg
14.03.10 / B72 / Wien – Österreich
16.03.10 / Zum Teufel / Heidelberg
17.03.10 / Pretty Vacant / Düsseldorf

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OK Go: Of The Blue Colour Of The Sky

ok go _ album artworkVÖ: 19.02.10 / EMI. Da werden andere gelb vor Neid: OK Go’s Musikvideo zu ihrem Hit Here It Goes Again wurde bereits bei den Simpsons persifliert. Damit gehört der Clip, in dem sich die Band auf Laufbändern quält, zum amerikanischen Kulturschatz. Spaßige Filmchen sind allerdings nicht alles, was die Jungs drauf haben. Ihr drittes Album steckt voll fantastischer Melodien, Genremauern zerbersten in Schutt und Asche. Mal huldigt das Quartett mit groovy Gitarrenspiel dem Großmeister des Eros-Funk Prince, dann flüchtet es sich in verträumte Popballaden. Mit Needing / Getting servieren sie gar eine feine Country-Hook, bei der selbst ich als hartgesottener Westernmucke-Hasser zum Cowboyhut greife. Nur stellenweise macht sich ein klein wenig Öde breit – bei einigen Balladen.
bewertung_4

Die anderen: “Es ist wirklich nicht auszumachen, welche Richtung OK Go in näherer Zukunft einschlagen werden. Sie scheinen aber (…) auf dem besten Weg zur genrefreien Band zu sein.” (whitetapes.de)

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Dendemann: Stumpf Ist Trumpf 3.0

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Yes! Dendemann aka die eine Hälfte von Eins, Zwo ist (mal wieder) zurück mit neuer Single Stumpf Ist Trumpf 3.0. Diesmal rockig angehaucht, was vielleicht die Enflüsse von seiner Zeit als Tourbegleiter der Beatsteaks sind. Dazu der Dendemann-typische Wortwitz und ein wenig Elektronik, fertig ist der Hit. Veröffentlicht wird die Single allerdings erst am 26. März, aber ein Radiomitschnitts-Demo gibt es schon. Das Album Vom Vintage verweht gibt es dann ab 9. April. Watch out!

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Groove Armada: Black Light

Groove Armada_CoverVÖ: 26.02.10 / Cooking Vinyl / Indigo. Eine feine Platte haben die Soundtüftler Andy Cato und Tom Findlay da aus dem Mischpult gezaubert: Black Light ist der eindrucksvolle Beweis, dass die Groove Armada gut 15 Jahre nach Gründung noch immer in Bewegung ist. Diesmal verlassen die Briten den knarzenden House- und Big-Beat-Dancefloor und kuscheln sich auf einen riesigen Klangteppich aus Synth-Pop. Der sorgt für wohlig-warmes Achtziger-Feeling, ohne auch nur einen Takt abgewetzt zu wirken. Bestes Beispiel dafür ist das emotionale I Won’t Kneel - Elektropop in Perfektion. Warsaw hingegen entpuppt sich als energiegeladener Riese, der kraftvoll und entschlossen nach vorne marschiert. Das Schritttempo ist dabei ziemlich low; wer so mächtig ist, kennt keine Eile. Auch ihr solltet reichlich Zeit für das Album einplanen: Black Light wächst mit jedem Hördurchgang. Hat mich schwer überzeugt …
bewertung_5

Die anderen: “Wenn du ein echter Groove-Armada-Fan bist, wirst du Black Light lieben oder hassen. Ich bezweifle, dass es etwas dazwischen geben wird.” (urb.com)

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