No One Sleeps When I’m Awake: Mit diesem Spruch quäle ich regelmäßig meine Kumpels, wenn ich sie mal wieder in einen brunzöden Billig-Western geschleppt habe. The Sounds-Sängerin Maja Ivarsson meint mit ihrer neuen Single vermutlich etwas anderes, ein solches Partyluder wie sie ist. Oder will sie diesmal gar nicht feiern sondern die Zuhörerschaft aus purer Bosheit am wohlverdienten Nickerchen hindern? Das dürfte nicht leicht werden, schließlich provoziert der dahin dümpelnde Pop-Song Gähnattacken und müde Öhrchen. Ob die Schweden das Unterhaltungsniveau auf kompletter Album-Länge nach oben pushen können? Die Antwort liefert Crossing The Rubicon ab 19. Februar 2010 über Snowhite / Universal.
Uffie macht den Knutschtest und stellt erleichtert fest: MCs Can Kiss. Ob Ed Banger’s Label-Liebling die Wahrheit singt, kann ich natürlich nicht nachprüfen. Klar ist jedoch, dass der neue Track der 22-Jährigen, die unter anderem auch auf Cross von Justice zu hören war, ziemlich cool nach vorne grooved. Kein Wunder, schließlich hatte bei der Produktion kein geringerer als Mr. Flat Beat Oizo seine flinken Fingerchen im Spiel. Bin schon tierisch aufs komplette Album Sex, Jeans & Denim Jeans im nächsten Jahr gespannt.
We Are Enfant Terrible haben ihren neuen Song Snap Dragon von Double Dragon (der Band) remixen lassen, das Ergebnis gibt es als ansprechendes Video im Stile von Double Dragon (das Spiel). Für alle jüngeren Semester unter euch: Das war in den 80ern das Arcade-Beat ‘em up-Game schlechthin. Achja, die Band bitte nicht mit der ebenfalls gleichnamigen Metal-Band verwechseln, aber ich glaube das versteht sich von selbst…
VÖ: 27.11.09 / Island / Universal. Rechtzeitig zur Vorweihnachtszeit schmeißt Aura Dione ihr Erstlingswerk auf den Markt, ein anderer Zeitpunkt hätte auch wenig Sinn gemacht. Denn die mal mehr (Something From Nothing), mal weniger (Picture Of The Moon) eingängigen Songs der Songwriterin aus Dänemark tröpfeln oft dermaßen langsam vor sich hin, dass man sie wohl nur im Advent ertragen kann. Die etwas schnelleren Lieder (z.B. Stay The Same) haben dann zum Glück durch die hörenswerte Stimme und die schönen Melodien noch einen gewissen Mehrwert. An die Single I Will Love You Monday kommt aber keines der 11 anderen Lieder mehr ran. Was bleibt, ist zuckersüß verpackter Pop, der einem wohl spätestens nach Weihnachten schwer im Magen liegen wird.
Die anderen: “Spielzeug-Klavier, Streicher, Glockenspiel, Flöte, Bläser oder Banjo – die junge Dänin beweist einen Hang zu sonderbarer Instrumentierung. Sonderbar bedeutet dabei nicht immer gleich schlecht.” (laut.de)
„Tell me why I don’t like Mondays?“ wunderten sich die Boomtown Rats schon 1979. Da haben wir jetzt auch keine Antwort drauf, zumal das frische französische Digital-Label BEKO den Wochenstart laut Coast-Is-Clear ab sofort mit Gratis-MP3s aus dem eigenen Muckerstall versüßt. Jeden Montag gibt’s einen weiteren neuen Song für umme, im Dezember sind es sogar zwei pro Woche. Los geht’s unter anderen mit den verträumten Indie-Poppern der Moscow Olympics.
VÖ: 15.01.10 / Ninja Tune / Rough Trade. Nicht alle Rapper ziehen eine Furcht einflößende Gangster-Fresse. Im Gesicht von Blockhead, bürgerlich Anthony Simon, macht sich meist ein Lächeln breit. Muss so sein, schließlich gehört der New Yorker zur Hiphop-Comedy-Gang Party Fun Action. Keinen Spaß versteht der Mann allerdings, wenn es um die Komplexität seiner Instrumental-Songs geht: Anspruchsvolle Soundgeflechte aus unterschiedlichen Beats, atmosphärisch und experimentell. Blockhead schreckt selbst vor Flötensoli und Sitar-Klängen nicht zurück, und serviert eine smoothe, häufig psychedelisch anmutende Downtempo-Rille. An Seele fehlt es The Music Scene zweifelsohne nicht. Trotzdem plätschern die zwölf Songs zwischen DJ Shadow und RJD2 wie die Musik im Fahrstuhl irgendwie an mir vorbei. Vielleicht vermisse ich doch ein paar kriminelle Rhymes …
Die anderen:“Blockhead weiß, was er gut kann und steckt all das in The Music Scene.”(Potholeisinmyblog.com)
Okay, was auch immer Chris Glover aka Penguin Prison gegen Pinguine haben mag (ich tippe jetzt mal auf ein lange verdrängtes Kindheits-Trauma), einsperren muss man sie ja nicht gleich deswegen. Eine tolle Scheibe ist die kürzlich bei Neon Gold erschienene Doppel-Debüt-Single trotzdem. Der zweite Track A Funny Thing noch mehr als die eigentliche A-Seite Animal Animal: Melodischer Beat, schöne Vocals, catchy Electropop vom Feinsten also. Bei RCRDLBL gibt es sogar zwei kostenlose Remixe von A Funny Thing.
Hypefaktor: Würde mich schon wundern, wenn Penguin Prison nächstes Jahr nichts mehr von sich hören lässt. Ein Geheimtipp für 2010!
VÖ: 27.11.09 / Island / Universal. Jetzt also die Best Of: Acht Jahre und fünf Alben nach ihrer Gründung packen uns Fall Out Boy ein Päckchen mit ihren größten Hits. Vom frühen Dead On Arrival bis hin zu America’s Suitehearts reihen die Schwiegermama-Punks Stadionhymne an Mitgröl-Nummer. Streng chronologisch natürlich, damit auch der einfältigste Fan nicht durcheinander gerät. Wobei: schlimm wäre das nicht. Believers Never Die klingt mit seinen überproduzierten Mainstream-Melodien wie ein einziger langer Track. Kreuzbraver Emo-Powerpop mit blitzsauberen Riffs und einem Sänger, der gerne mal die Oktav-Etage wechselt. Das hören amerikanische College-Girls, wenn sie auf der Studiparty mal richtig einen drauf machen und nach fünf Minuten wildem Herumtollen ihren Mageninhalt in die Wanne reihern. Sollten sich Fall Out Boy jemals wieder in ein Studio verirren: Macht’s uns doch bitteschön mal ein bisschen dreckiger, Jungs.
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