Mit dem Hammer-Dancetrack Dancing Beat macht das noch weitgehend unbekannte Kölner Duo Malk (übrigens nach gleichnamiger No-Name-Milchmarke bei den Simpsons benannt) auf sich aufmerksam und gleich mächtig Alarm: Schöne Vocals, ein nicht allzu komplizierter Text ;-) und der Beat ist, wie der Name schon sagt, tanzbar ohne Ende. Beim Remix oben nicht ganz so wie beim Original unten, so oder so werden uns Malk in Zukunft bestimmt noch viel Spaß bereiten!
VÖ: 25.09.09 / Urban / Universal. Schluss mit grimmig: Auf seinem vierten Album verabschiedet sich Dizzee Rascal vom übelgelaunten Grime und entdeckt, wie viel Bock es macht, den Dancefloor zu rocken. Als Tanzpartner hat sich der Ostlondoner unter anderen Elektro-Musterschüler Armand Van Helden (Bonkers) und Disco-Remixer Calvin Harris (Holiday, Dance Wiv Me) auserkoren. Alle Gastmusiker müssen mehr als nur die Standards drauf haben: Dancehall bei Road Rage, anschmiegsame Hosenwetzer beim souligen Chillin’ Wiv Da Man Dem und gemächliches Kopfnicken beim reggaeinfizierten Can’t Tek No More. Zum Schluss besinnt sich Mr. Rascal dann doch noch auf seine versauten Wurzeln als böser Bube und schwärmt von Blowjobs und Gesetzesbrüchen – gut so.
Die anderen: “Diese überzeugend (!) authentische Redefinition des eigenen Sounds hat eventuell das Potenzial, ein ganzes Subgenre vor der drohenden Irrelevanz zu bewahren. Zumindest aber die eigene Karriere in die richtige Richtung zu beschleunigen.” (Background Music)
Hypefaktor: Klare Sache: Dizzee lehrt mit seinem Hip-Hop-Bastard den Charts in UK bereits das Fürchten. Nur eine Frage der Zeit, bis der 24-Jährige auch die bundesdeutschen Partys rockt.
VÖ: 20.11.09 / Kitsuné / Rough Trade. Bisher hat es das französische Label Kitsuné mal mehr, mal weniger gut geschafft, mit ihrer Werkschau zu beweisen, dass sie am Puls der Zeit sind. Mit der neuen, mittlerweile achten Auflage der Maison Compilation-Reihe rudert das Label wieder in trendsichere Gefilde. Und zwar mit einem transnationalen Rundumschlag an alten Bekannten und auch mit vielen neuen Gesichtern. Die Unterschiede zwischen Beiden verschwimmen von Anfang an ganz von alleine. Es ist einfach eine stimmige Auswahl, und dabei wird von Indie bis House auch auf sämtlichen Hochzeiten getanzt. Angefangen bei der Surf-Hommage Let’s Go Surfing der ganz sicher noch groß rauskommenden The Drums über das fantastische Star von Jolie Cherie bis hin zu Siriusmo’s High Together. Hier stehen die kommenden Sternchen in den Startlöchern.
Die anderen:“Die Pariser Musik- und Fashionliebhaber hauen ihre achte Compilation raus. Und wie schon bei den sieben vorherigen Ausgaben ist ein gelungener und facettenreicher Mix entstanden.”(Raveline)
Hypefaktor: Diesmal haben es die Pariser Styler mal wieder geschafft: Neue wie alte Künstler wissen zu überzeugen, und über die einen oder anderen wird man noch viel sprechen – bis zur nächsten Kitsuné Maison Compilation.
Aufruhr in der Blogosphäre: A-Trak, bürgerlich Alain Macklovitch, sorgt mit seinem Remix von Heads Will Roll (Yeah Yeah Yeahs) derzeit für Begeisterungsstürme vor den Monitoren. Der Track beginnt zunächst recht unspektakulär wie ein hausbackenes Piece Minimal, legt ab Minute 1 mächtig zu und hat sich spätestens bei 1:30 gnadenlos in eure Gehirnwindungen gebohrt. Also besser nicht vor dem Schlafengehen hören: Mir haben die wummernden Beats in meiner Birne gestern ein paar Stunden Nachtruhe geraubt – das war’s allerdings wert.
Hypefaktor:Heads Will Roll rockt bereits das Netz, ein offizieller Release ist angekündigt. Hypealarm!
VÖ: 23.09.09 / Audiolith / Broken Silence. Über die titelgebende Hammer-Single 8000 Mark will ich eigentlich kein Wort mehr verlieren, auf Albumlänge zeigen sich bei den beiden Norddeutschen nur kurze Durchhäger, mit Nachtjacke steht der nächste Hit quasi schon auf Abruf. Textlich gut durchgemischt von Gesellschaftskritik (bei German Psycho) bis alberner Nonsens (8000 Mark), und dabei verstehen es Supershirt, auch reichlich Musikzitate mit einzuflechten (in geballter Form bei Ödkraft). Das Ganze inklusive einem Wiedersehen mit der guten alten Teitmaschine. Herz, was willst du mehr? Naja, den ein oder anderen Hit hätten sie schon noch mit draufpacken können, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Von den Live-Qualitäten selbst überzeugen könnt ihr euch auf der anstehenden, ausgiebigen Deutschlandtour. Und einen kostenlosen Download gibt es noch obendrauf.
Die anderen:“8000 Mark beinhaltet einiges an Hits, liefert rigoros ab und ist eine Zierde des aktuellen Audiolith-Hochs. Wer mehr will, soll woanders hingehen.”(Intro)
VÖ: 06.11.09 / Go 4 Music / Groove Attack. French House war gestern, Remix ist heute. Das hat auch Alex Gopher erkannt. Der Mit-Pionier des französischen Discosounds Mitte der 90er (Daft Punk, Modjo, etc.) kümmert sich seit einiger Zeit liebevoll um Songs der Nu-Rave-Zunft und peppt manchen Track von Elektro-Altmeistern auf. Das Namedropping kann sich sehen lassen: Ladyhawke, AutoKratz, Who Made Who, Fischerspooner, Benny Benassi, Kraftwerk. Sie alle tummeln sich auf der Doppel-CD My New Remixes, bei der Alex das Knarzen im Zaum und das Tempo stets im mittleren tanzbaren Bereich hält. Cleaner als Justice und Co., dafür auch um einiges grooviger. Nur die ganz großen Knalleffekte vermisse ich auf Albumlänge ein wenig.
Die anderen: hüllen sich bisher in Schweigen!
Hypefaktor: Der Sound ist angesagt; die Acts, denen sich Alex Gopher widmet sowieso. Hypepotenzial!
Frisch zurück von seiner Tour mit Nine Inch Nails präsentiert sich Elektrobarde Alec Empire (Ex-Atari Teenage Riot) in Spendierlaune. Auf seinem Blog bittet der Berliner zum Download der Songs 1000 Eyes und If You Live Or Die (Live-Version). Während ersteres etwas schleppend dahin plätschert, dreht Alec beim zweiten Gratis-Song ‘ne Runde am Gasgriff – und klingt dabei wie Lou Reed während seiner Zeit bei Velvet Underground! Aber hört es euch selbst an…
Mit Ihrem aktuellen Album Invaders Must Die im Gepäck und hoffentlich gut erholt von der Festivaltour beehren die Herren von The Prodigy im November auch wieder deutsche Lande, als Einheizer sind Enter Shikari mit von der Partie, die Karten kosten um die 45 Euro.
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